2015

19.07. Königsschlösser Romantik Marathon…..bei großer Hitze grosse Probleme

 

Den Marathon in Füssen wollte ich schon immer mal mitlaufen. Dieses Jahr klappte es dann endlich  …und es wurde prompt ein richtiger Härtetest.                                       

Dies lag aber nicht an der Strecke, obwohl die mit einigen Sand/Kieswegen auch nicht optimal ist. Nein es lag eher an den trocken-heißen Temperaturen. Denn schon zum Start um 7.30 waren es 20°C, bei klaren blauen Himmel. Recht schnell kletterte das Thermometer auf 25°C, was natürlich alles andere als optimale äußere Bedingungen waren.

Als Ziel hatte ich mir vorgenommen Platz 3 zu erreichen, denn aufgrund der Ergebnislisten der letzten Jahre war dies realistisch. Vielleicht wenn bei mir alles perfekt laufen würde, sogar ein Angriff auf den Gesamtsieg. Doch davon durfte ich mich noch vor dem Start verabschieden. Denn ein Läufer war im Gespräch mit dem Sprecher und meinte er möchte gern ein 2:27h laufen. Puh…. da konnte ich natürlich mit meinen 2:45 nicht ganz mithalten. Aber vielleicht mit dem vielfachen Sieger Marco Diehl?! Er lief sonst immer Zeiten so um die 2:46h, also absolut mein Bereich. Bei den warmen Temperaturen musste man natürlich da ein paar Abstriche machen und die Endzeit nach oben korrigieren. Wie also den Lauf angehen. Ich entschloss mich dass es das Beste wäre gleich an Marco Diehl von Anfang an dranzubleiben.

Und so bildete sich relativ schnell eine 3er Gruppe, zu der sich am Anfang noch die 1.Frau gesellte, später dann ein vierter Läufer. Das Tempo war die ersten 10km so im Durchschnitt um die 3:55min. In Fürth vor 4 Wochen in Fürth hatte ich die erste Hälfte zwar im 4er Schnitt begonnen, was ich Füssen eigentlich auch für einen guten Plan hielt. Dennoch entschied ich mich in der Gruppe mit Marco zu laufen, da er am Ende ja auch bestimmt wieder unter die ersten Drei laufen würde. Und da das allgemeine Durchschnittstempo laut Uhr eine 3:58 betrug, dachte ich „naja alles im grünen Bereich“. Bis km 20 passte auch alles, auch wenn die steigenden Temperaturen schon deutlich spürbar wurden. Aber alle anderen Läufer mussten ja auch damit klarkommen. Warum also jammern?

Doch kurz hinter der Halbmarathonmarke passierte es dann. Vom Gefühl her schien Marco schneller zu werden, aber ich glaube dass ich etwas langsamer wurde bzw. einfach das Tempo nicht mehr halten konnte. Da aber noch über 20km zu laufen waren, wollte ich natürlich dranbleiben und den Abstand nicht zu groß werden lassen. Zusammen mit einem zweiten Läufer setzte sich Marco dann ab während ich etwas ratlos zurückblieb. Vielleicht war ich auch etwas überrascht, denn in Gedanken hatte ich mir schon überlegt wo der richtige Zeitpunkt wäre nochmal zu beschleunigen. Bei km 30, 35 oder gar noch später?

Naja das war jetzt alles Makulatur. Relativ schnell wuchs auch der Vorsprung und ich sah von hinten das Marco jetzt auch seinen Begleiter abgeschüttelt hatte. Mit anderen Worten kämpfte ab km25 schon jeder für sich allein. Und das bei 25°C. Ich versuchte einfach weiter positiv zu denken und bis km30 irgendwie durchzuschlagen. Doch bei der Verpflegungsstation km27 musste ich eine Gehpause einlegen. Einerseits weil es im linken hinteren Oberschenkel zwickte und andererseits weil ich mich auch körperlich platt fühlte.

Was also machen bzw. wie weiterlaufen?

Es blieb mir nichts anderes übrig als so schnell wie möglich weiterzulaufen. Das bedeutete einen ungefähren Schnitt zwischen 4:05/4:10. Gefühlt lief ich aber mittlerweile einen 5er Schnitt. Besonders als die laufstrecke Richtung Schloss Neuschwanstein ging und man quasi unterhalb des Schlosses den Wald durchlief musste ich hart kämpfen. Mittlerweile war ich auf Platz 7 durchgereicht wurden und es drohte eine weitere Überholung. Doch dies wollte ich auf jeden Fall verhindern. Wenn alle Ziele schon unerreichbar waren, dann zumindest das minimalistische Minimalziel Platz 7 halten. Und ich konnte mich noch mal zusammenreißen und kämpfen. Das der Läufer der kurzzeitig an mir vorbeiging ein Staffel Marathon Läufer war, beruhigte mich dann auch ein klein wenig. Dennoch wollte ich jetzt die letzten 6/7 Kilometer noch mal schauen was geht und versuchte das Tempo hoch zu halten. Je weiter es dann wieder Richtung Füssen und dem Ziel ging, merkte ich auch die unbarmherzige trockene Hitze. Ich wollte aber zumindest unter der 3h Marke bleiben und biss nochmal auf die Zähne. In Füssen waren dann noch ein, zwei Steigungen zu bewältigen die so kurz vorm Ziel und nach 40km natürlich eine große Belastung darstellten. Aber auch dies meisterte ich. Auch in der Gewissheit es gleich geschafft zu haben und den Lauf dabei als perfekte Vorbereitung für den 100er im August genutzt zu haben. Denn aufgrund der Erfahrungen der letzten Jahre war es am Auensee in Leipzig ja auch immer sehr heiß.

Die letzten Meter ging es dann nochmal abwärts, eine Rechtskurve und schon war man im Ziel. Da lief ich dann nach 2:58:20h und Gesamtsiebter ein und konnte damit sogar meine Altersklasse gewinnen. Hinzu kam der 3.Platz in der Mannschaftswertung mit dem SV Schwindegg. Am Ende also doch noch ein versöhnlicher Abschluss eines heißen und für mich, zumindest an diesem Tag, sehr schweren Marathons.

Jetzt geht es vom 26. Bis 30. Juli noch einmal in ein Trainingslager mit einem abschließenden Wettkampf am 1.August. Und dann heißt es erholen und regenerieren für die bayrischen Meisterschaften über 100km.

 

 

21. Juni 2015 – Metropol Marathon in Fürth   …..0ptimale äußere Bedingungen und eine perfekte Renneinteilung!

Nachdem ich im letzten Jahr in Fürth eine neue persönliche Marathonbestzeit erzielen konnte, war in diesem Jahr natürlich meine Hoffnung dies zu wiederholen. Die Vorzeichen dafür standen eigentlich gar nicht so schlecht, auch wenn ich mich nicht so fit wie im Zeitraum des vergangenen Jahres fühlte.

Das 4-tägige Trainingslager, inklusive eines 10km Wettkampfes, einige Tage zuvor lief richtig gut! Beim 10km Lauf in Mettenheim, den ich aus dem vollen Training heraus lief, waren die Temperaturen auch früh um 9.00 beim Start sehr schwülwarm. Meine Taktik war ein gleichmäßiges Rennen im 3:40/45 Schnitt zu laufen und auf der zweiten Hälfte hintenraus nochmal Gas zu geben. Das am Ende mit einer 37:03, Gesamtplatz 7 und Platz1 in der AK so ein gutes Ergebnis heraussprang war auch für mich überraschend. Hatte ich doch noch am Vortag 26km im Trainingslager abgerissen. Zum Abschluss des TL absolvierte ich 3 Trainingseinheiten mit einem richtig harten Tempolauf am Abend durch bergiges Terrain.

All dies machte mir viel Mut für den anstehenden Marathon.

Die Temperaturen am Sonntag waren mit 10-15°C und fast kein Wind nahezu perfekt. Pünktlich um Neun fiel der Startschuss und von Anfang an war ich vorne mit dabei. Geplant hatte ich die erste große Runde (22km) so im 4:00er Schnitt zu laufen, um dann zu schauen was auf den beiden abschließenden 10km Runden noch so ging. Die ersten Kilometer pendelte ich mich so auf Platz 6/7 ein. Die beiden Führenden brachten relativ schnell viel Platz zwischen sich und der darauffolgenden 3er Gruppe. Diese jedoch hatte ich im Blick. Sie war immer so ca. 200m vor mir. Da dies die Plätze 3 bis 5 waren beobachtete ich dies alles sehr genau ohne dabei mein angestrebtes Tempo zu verändern. In meinen Rhythmus kam ich lange nicht, was vermutlich aber auch an der Gruppe vor mir lag. Mal schien es so als wenn ich langsam näher kam, dann aber wieder dass die Lücke größer wurde. Warum dies so war, kann ich nicht sagen. Fakt war das ich dann doch immer näher an die Gruppe aufschloss und bei Km 10/11 aufschließen konnte. Doch mit gleichmäßig laufen war nicht viel, das merkte ich jetzt. Und da ich meinen Rhythmus jetzt, wo ich richtig reinkam, nicht ändern wollte, ließ ich die Gruppe bald hinter mir. Nur einer folgte mir bzw. wir bildeten jetzt das Verfolgerduo auf den Plätzen 3/4. Eigentlich war es zu diesem Zeitpunkt ein richtig guter Lauf. Das Tempo passte, man musste nicht allein laufen und die momentane Platzierung war ja auch nicht zu verachten. Dies veranlasste mich auch meine Renntaktik nochmal zu überdenken. Denn jetzt lag es natürlich auf der Hand um den Platz 3 auf dem Stockerl zu laufen/kämpfen und die Zeit als nebensächlich anzusehen. Trotzdem wollte ich ein Teil meiner Planung beibehalten und bis zur Hälfte nicht schneller werden. Dies machte dann aber mein Laufpartner was mich dazu veranlasste ihn bei km16 ziehen zu lassen. Ich wusste das die zweite Hälfte des Rennens noch ausstand und ich da ganz sicher zulegen konnte. Bis zur Halbmarathonmarke hatte Frank Schäfer ( so war sein Name) so ca. 150m Vorsprung rausgelaufen, was mich aber wenig störte. Als ich dann zum Abschluss der ersten Runde an der „Fürther Freiheit“ wieder über die Zeitmatte lief hatte er 20sec. Vorsprung. Bei einem Marathon gar nix. Nur einen kurzen Schreckmoment erlebte ich da. Die Uhr am Ziel zeigte eine 1:27: nochwas an was mich kurz erschrecken ließ. Erst später im Ziel fiel mir ein, dass die erste große Runde ja 22km lang war und nicht Halbmarathon. Wie sonst käme man bei noch zwei ausstehenden 10km Runden auf 42km. Aber ich hatte vermutlich schon den Tunnelblick und nur den vor mir laufenden Platz 3 im Kopf. Denn realisiert habe ich dies auf der Strecke nicht. Naja auch egal.

Fakt ist aber das mich dieser „Schreckmoment“ nochmal richtig wach machte und ich begann das Tempo zu steigern. Immer versuchte ich dabei ein Lächeln im Gesicht zu haben. Das habe ich mir als Tipp von den „Hahner-Twins“ fest eingeprägt. Das ich Stück für Stück an meinen Kontrahenten herankam machte die Sache natürlich auch etwas leichter. Da auf den beiden 10er Runden auch noch andere Läufer (HM, 10km) unterwegs war, musste ich manchmal etwas schauen wo Frank gerade war. Aber da er als (Noch)Drittplatzierter eine Fahrradbegleitung hatte ich ihn immer gut im Blick. In der ersten Runde konnte ich allerdings nur 7sec. aufholen. Nicht viel ich weiß, aber meine große Stärke liegt ja auf der Länge. Deshalb machte ich mir auch keine Gedanken als es auf die letzten 10km ging. Schließlich sah ich ihn ja direkt vor mir. Man könnte jetzt auch sagen, dass für die verbleibenden 13sec. Rückstand die letzten 10km ziemlich knapp werden. Und wenn man bedenkt dass ich nur 7sec. aufgeholt hatte auf den ersten 10 mag da etwas Wahres dran sein. Aber wie gesagt: Ich kenne meine Stärken und weiß das die meisten bei einem Marathon zum Ende hin langsamer werden.

So kam es wie es, zumindest in meinen Augen, kommen musste. Kurz vor km35 überholte ich ihn und machte gleich nochmal etwas Tempo. Witzig dabei dass die Fahrradbegleitung scheinbar genauso konsterniert wie Frank war. Denn ich wurde gefragt ob ich den Drittplatzierten gerade überholt hatte und neuer Dritter sei?!

„Nein, ich bin ein Überrundeter der so schnell läuft“ schoss mir ein Gedanke durch den Kopf.

Jedenfalls hatte er es verstanden und blieb von nun an bei mir. Für mich gab es jetzt nur noch eines. Ich gab alles und versuchte das Tempo so schnell wie möglich zu machen. Am Ende absolvierte ich die letzte Runde in einem Schnitt von 3:54 und nahm Frank Schäfer 1:40min ab. Wenn ich bedenke dass dies ja erst ab km 35, also auf 7km, als ich ihn überholte geschah, bin ich selbst echt perplex was ich da die letzten Kilometer geleistet habe. Selbst die letzten Meter durch die Fürther Stadt ließ ich nicht locker und hielt das Tempo hoch. Da ich mich zu keinem Zeitpunkt umgedreht habe, hielt ich dies für das Beste…einfach weiter Gas geben.

Und es war gut so. Denn sonst hätte ich vermutlich die 2:46:53, also die unter 2:47 Marke, nicht geknackt. Überglücklich lief ich ins Ziel als Gesamtdritter beim Fürth MetropolMarathon ein.

Wahnsinn!

 

 

9. Mai 2015 – Supermarathon ( 72,7km) beim Rennsteiglauf   ….ein schwerer Lauf, der dann aber dennoch besser lief als erwartet wenn ich ehrlich bin

 

Aufgrund von Trainingsrückstand infolge einer langen hartnäckigen Erkältung musste ich die DM100km schweren Herzens absagen.  Nun gab es mit dem Rennsteiglauf die nächste Möglichkeit sich zu beweisen. Ob das Training was ich im April wieder regelmäßig durchführen konnte, reichen würde um einen guten Wettkampf abzuliefern wusste ich im Vorfeld nicht so genau. Ich hatte im April zwar richtig gut trainieren können, aber ob die fast 4 Wochen krankheitsbedingter Ausfall im März nicht zu viel waren, merkt man ja erst im Lauf selbst.

Vom Gefühl her war ich gut drauf und hatte auch die nötige Erholung +Ruhe in der Wettkampfwoche. So ging es dann am Freitag zusammen mit zwei weiteren Ultraläufern Richtung Eisenach, wo wir relativ früh ankamen. Das fand ich persönlich gut, denn so konnte ich nach Abholung der Startunterlagen noch entspannen und die Sachen für den nächsten Tag vorbereiten. Am Abend gab es dann noch einen letzten Kohlenhydrat-Nachschub, bevor ich relativ zeitig ins Bett ging. Alles lief in der direkten Vorbereitung eigentlich so perfekt wie selten. Dies ließ mich zumindest hoffen einen guten Lauf zu machen.

Eine persönliche Vorgabe hatte ich natürlich auch. Ich wollte gerne eine Endzeit zwischen 5:45 und 5:50 laufen. Meine Bestzeit aus dem Jahr 2012 stand bei 5:49:47h und bei meiner letzten Teilnahme im Jahr 2013 lief ich immerhin auch eine 5:53. So gesehen also gar nicht so unrealistisch. Selbstverständlich hatte ich auch einen Plan B falls es nicht so laufen sollte. Davon Gebrauch machen wollte ich aber eher nicht. Mein klares Ziel war es beim Supermarathon endlich mal unter die Top 10 zu kommen. Und ein Platz unter den Top 15 räumte zudem auch die Möglichkeit einer Top3 Platzierung in der AK M40 ein, was für mich zusätzlicher Anreiz war. Da der Top-Favorit Christian Seiler, der die letzten 3 Jahre dominiert hatte, diesmal „nur“ den Marathon lief und auch sonst keine absoluten Spitzenläufer am Start waren, war klar dass es in den vordersten Rängen diesmal ziemlich eng werden würde.

Die äußeren klimatischen Bedingungen waren optimal. Es gab Temperaturen zwischen 10° und 15°Grad. Und zum Start früh um 6.00 war es auch noch windstill, was sich auf der Strecke aber mit etwas Wind ändern sollte. Kein starker Wind, aber dennoch spürbar. Meistens merkte man ihn aber nur wenn unterwegs mal auf freies Gelände lief.

Als dann der Startschuss fiel versuchte ich gleich vorne mit dabei zu sein. Die letzten Jahre war ich immer aus der 3,4, 5ten Reihe gestartet, um nicht zu schnell anzugehen. Aber diesmal wollte ich von Anfang wissen/mitzählen wieviele Läufer vor mir waren. Auch damit der Abstand zu den ersten 10-15 nicht unnötig groß wurde. Schon beim ersten Anstieg ( nach ca. 600m) hinauf auf den legendären Rennsteig war ich um Platz 15 eingruppiert. So gesehen lief also alles gut.

Die Zeitvorgabe sah vor dass ich die 10kmin in 47:30 laufen musste, was einen Schnitt von 4:45min/km bedeutete. Das bergauf und bergab der Schnitt natürlich mal langsamer bzw. schneller läuft ist auch klar. Die ersten Kilometer liefen gut und ich hatte auch nicht das Gefühl das ich zu schnell angegangen wäre. Erste Möglichkeit zur Überprüfung war bei km5, wo meine Uhr eine 23:36er Zeit anzeigte. Vielleicht ein paar Sekunden zu schnell aber noch im Rahmen. Zu diesem Zeitpunkt war ich ständig zwischen Position 11 und 15. Nicht weit vor mir sah ich eine größere Gruppe in der auch Wolf Jurkschat mitlief. Er war die letzten beiden Jahre immer eine Zeit um die 5:45 gelaufen und damit immer unter den Top 5. Noch dazu war er in meiner AK. Deshalb war ich guter Dinge, solange ich immer mal wieder sein leuchtend grünes Trikot im Wald aufleuchten sah.

Locker ging es weiter Richtung Kilometermarke 10. Da verriet mir der Blick auf die Uhr dass ich das Tempo drosseln sollte. Denn eine 46: 48 war dann doch fast 45sec zu schnell. Und es folgten ja noch weitere 60km. Also erstmal etwas Geschwindigkeit rausnehmen, auch wenn ich dabei teilweise wieder überholt wurde. Der Lauf war ja noch lang und die richtig harten Anstiege kamen alle erst noch. Bis km20 versuchte ich etwas verhaltener zu laufen, auch in dem Wissen das ab km 22/23 der erste harte Anstieg hinauf zum Inselsberg begann. Die Durchgangszeit betrug da eine 48:27. Im Prinzip könnte man sagen, alles wieder auf „null“ und voll im Plan. Nach dem erklimmen des Inselsberges bei km25 ging es dann fast 2km im freien Fall wieder runter. Da muss man echt aufpassen sich die Muskulatur durch zu große Schritte (und dementsprechender Aufprallenergie) nicht kaputt zu machen.

Unten angekommen begann das vieler Meinung nach „einfachste“ Teilstück. Es ging zwar ab und zu mal einen kleineren Anstieg hoch, aber im Großen und Ganzen konnte man es bis zur Hälfte auf der Ebertswiese rollen lassen. Deshalb versuchte ich auch gleich wieder Druck zu machen, um nach dem langen An- und Abstieg wieder Tempo aufzunehmen. Die Zeit bei km30 war mit 49min natürlich nicht so wie gewünscht, was dazu führte dass sich die Gedanken im Kopf drehten. War jetzt schon alles vorbei? Irgendwie hatte ich auf einmal das Gefühl das es nicht „rund“ lief bei mir. Der Kopf sagte jetzt ich solle doch bitte meine Zielzeit nach oben korrigieren. Fakt war, dass mein Schritt von Kilometer zu Kilometer schwerer zu werden schien. Ich sagte mir mich bis km37,5 noch durchzuschlagen, um dann neue Kraft an der Verpflegung zu tanken. Mittlerweile war ich auf Platz 20/21 zurückgefallen, was im Moment aber mein kleinstes Problem war. Denn ich glaube ich die Probleme kamen von einer mentalen Schwäche und durch das Nachdenken wurde es natürlich nicht wirklich besser.

Endlich an der Ebertswiese angekommen, kam ganz kurz der Gedanke auf auszusteigen. Doch, auch durch das Zureden eines Streckenpostens, war es damit auch sehr schnell vorbei. Ich sammelte mich und sagte mir dann, dass jetzt auf der zweiten Hälfte das Rennen nochmal neu beginne und ich so gut wie möglich durchkommen wollte. Als Nächstes schaltete ich den Kopf aus, konzentrierte mich neu und begab mich auf den „Rückweg“. Die Hälfte war ja immerhin schon geschafft und wenn ich bis km50 gut durchkomme, würde ich auch den Rest schaffen. Bis zum Schluss schaute ich auch nicht mehr auf die Uhr, weil ich wusste das es nichts bringen würde. Ob es nun durch den „Neustart“ war oder ich einfach im Kopf wieder locker wurde, weiß ich nicht: Jedenfalls genoss ich auf einmal den Lauf viel besser, hatte ein Lächeln auf den Lippen und kam von Kilometer zu Kilometer wieder besser ins Laufen. Außerdem sah ich den Lauf einfach als super Trainingslauf für die weitere anstehende Ultraläufe in diesem Jahr an. Mit anderen Worten nahm ich jeglichen Druck aus der ganzen Sache und das war am Ende vermutlich die richtige Entscheidung.

Meine Ziele hatte ich mittlerweile so weit reduziert, dass ich zumindest noch hoffte die Top20 zu erreichen und eventuell unter der 6h Marke zu bleiben. So lief ich relativ locker die nächsten 10-15km durch und hielt mich dabei auch immer um Platz 19/20. Am Grenzadler (km 54,7) angekommen hatte ich dann auch die Gewissheit dass ich wieder einmal den legendären Rennsteiglauf schaffen würde. Das setzte in mir nochmal zusätzliche Kraftreserven frei. Am letzten größeren Anstieg zum „Großen Beerberg“ hin, meldete sich dann erstmals meine Oberschenkelmuskulatur. Da ich damit schon irgendwie gerechnet hatte, störte es mich wenig. Bis zum Ziel war es nicht mehr weit und wenn die Probleme nur bei den bergauf Passagen auftraten, war ja alles gut. An der letzten großen Verpflegungsstation, der „Schmücke“ bei km 64 trank ich nochmal reichlich, bevor ich die wenigen verbliebenen Kilometer in Angriff nahm.

Vor mir waren die Plätze 18 und 19, wobei mich an der Verpflegungsstelle ein von hinten aufkommender Läufer auf den 21.Platz verdrängte. Ziemlich schnell zog er auch am anderen Läufer vorbei, was bedeutete dass er über deutlich mehr Kraftreserven verfügen musste. Mich motivierte zusätzlich dass ich jetzt Platz 20 jetzt direkt im Blick hatte. Mit jedem Meter denn ich an ihn herankam, wurden in mir noch ein paar Kräfte frei. Und da ich wusste, bis auf eine kleinen letzten Anstieg von vielleicht ca. 300-400m, dass es bis zum Ziel bergab gehen würde, versuchte ich das Tempo hoch zu halten. Kurz vor besagten Anstieg zog ich an ihm dann auch vorbei und war damit auch zahlenmäßig wirklich unter den Top20.

Gut erst im Ziel zu erfahren, dass ich am Ende sogar Platz 18 in der Gesamtwertung belegte. Hätte ich unterwegs davon erfahren, wüsste ich nicht ob ich nochmal Tempo gemacht hätte oder versucht hätte ihn zu überholen? So aber gab ich bis nach Schmiedefeld alles und schaute ca. 700m vor dem Ziel dann doch mal kurz auf die Uhr. Ich wollte einfach wissen ob die 6h Marke noch drin war oder nicht? Leider war dem nicht so. So ließ ich auf der Zielgeraden es relativ locker auslaufen und feierte mit den Zuschauern. Einige klatschen dabei mit mir ab. Als ich über die Zielmatte lief, stand eine 6:03:15h auf der Uhr.

Mit dem Gesamtplatz 18 und einen Platz 8 in der AK M40 bin ich zum unterm Strich sehr zufrieden. Muss ich mir doch eingestehen, dass der lange Trainingsausfall und damit verbundene Trainingsrückstand einfach zu schwerwiegend waren! Die Ausdauer war in diesem Fall auch nicht das Problem, sondern einfach die fehlenden vielen und langen Tempoeinheiten. Und jetzt zu spekulieren was wäre gewesen wenn, ist Kaffeesatzleserei. Bei den letzten 4 Teilnahmen von rund 2000 Teilnehmern jeweils unter die Top18 zu kommen ist ja eine super Leistung. Worüber soll ich mich also beschweren oder jammern?!

Sieger wurde, wie ich es im vor dem Start schon prophezeit hatte, Wolf Jurkschat in 5:41:45. Und auch die Zahl der Finisher war diesmal sehr hoch. Von 2211 gestarteten Läuferinnen und Läufern kamen 2080 ins Ziel. Im Gegensatz zu den letzten Jahren eine echt geringe Quote von Ausfällen.

Für ich heißt es nun erstmal erholen und regenerieren, um dann das nächste große Ziel in Angriff zu nehmen. Bis dahin kann ich auch an meiner Schnelligkeit über die Unterdistanzen arbeiten, damit die 10km Bestzeit endlich mal nach unten korrigiert wird.

 

 

19.April 2015 – Deutsche Post Bonn Marathon   …..mein Fazit: Die Frische und Spritzigkeit fehlte

 

Eine Woche nach dem 3.Platz in Bad Staffelstein wartete mit dem Deutsche Post Bonn Marathon eine um die Hälfte gekürzte Strecke auf mich. Mit anderen Worten ich lief den Halbmarathon.

Eigentlich macht man sowas ja nicht. Aber der FC Deutsche Post und sein Nationalteam rief und da wollte ich mich natürlich voll in den Dienst der Mannschaft stellen und alles geben. Schließlich galt es in der Firmenwertung die Farben Gelb soweit wie möglich nach vorne zu tragen. Das es wohl trotzdem etwas schwierig werden würde, war mir schon vor dem Start bewusst. Denn bis Freitag hatte ich noch ein wenig Oberschenkelprobleme. Aber was will man nach einem Marathon auch erwarten?!

Dennoch freute ich mich auf das Wochenende, denn das Nationalteam traf sich in diesem Jahr das erste Mal und da gab es sicher eine Menge zu erzählen. Nachdem am Samstag (fast) alle angereist waren, gab es noch eine Teambesprechung in der das Jahresprogramm vorgestellt und besprochen wurde. Am Ende gab es für Alle als Überraschung ein Fotoalbum mit Bildern aus dem vergangenen Jahr mit dem FC Deutsche Post. Eine wirklich gelungene und schöne Überraschung. Im Anschluss wurden noch die Starterbeutel ausgeteilt bevor es zum gemeinsamen Abendessen ging. Dort ließ man den Abend gemütlich ausklingen, bevor jeder individuell Richtung Hotel(bett) aufbrach.

Das Wetter war optimal. Es war windstill und bis zum Start um 8.45 sollte das Thermometer auf ca. 6/7 Grad steigen. Perfekte Bedingungen also.

Für mich war von Anfang an klar, dass ich versuchen musste mein Tempo zu laufen, um dann nach der zweiten 180° Wende bei km15 zu schauen was noch geht. Das war allerdings leichter gesagt als getan. Vom Start weg machte sich Michael Harlacher, trotz das es sein erster HM überhaupt war, auf und davon und war am Ende der schnellste Postler beim HM. Dahinter bildete sich mit Danny Thewes, David Marchner und mir zusammen mit anderen Läufern eine kleine Gruppe. Ich hatte mir vorgenommen einen Schnitt von 3:40min/km zu laufen. Aber leider waren die ersten km sehr unruhig, weshalb ich erst (m)einen Rhythmus fand als David „uns“ verließ und Danny+ich versuchten uns gegenseitig zu unterstützen. Dies war aber ebenso nur von kurzer Dauer, denn ich kam immer besser in den Lauf und Danny war ab km10 nicht mehr an meiner Seite. Ebenso konnte ich der kleinen Gruppe von 4 Läufern nicht mehr folgen. Am Rheinufer sah ich sie zwar immer so ca.200m vor mir, doch das Alleine laufen machte sich langsam bei mir bemerkbar. Oder war es doch die Anstrengung bzw. die Müdigkeit vom Marathon letzte Woche? Jedenfalls wurden meine Zeiten immer schlechter und es fiel mir schwer das Tempo zu halten. Ab und zu konnte ich mal wieder beschleunigen, im Großen und Ganzen aber lief es nicht optimal. Doch der Knackpunkt war nicht mehr weit….

Ich spürte ja irgendwie dass Läufer hinter mir näher kamen. Nur wusste ich nicht wie viele und wie schnell. Da ich mich niemals umdrehe, hoffte ich nur Danny würde nicht dabei sein. Denn den 3.Platz, hinter Michael und David, wollte ich schon ganz gerne. Auf dem Weg zur zweiten 180° Wende bei km15 konnte ich dann auf der Gegenseite die Abstände nach vorne sehen. Michael und David waren weit vor mir und so ging es eigentlich für mich nur darum, nicht noch weiter einzubrechen und Zeit zu verlieren. Noch vor der Wende schlossen dann zwei Läufer zu mir auf, einer davon von der Telekom. Dies war vielleicht mein Glück!? Denn dadurch wurde ich noch einmal richtig motiviert und blieb an den Beiden dran. Jegliche Müdigkeit, auch vom Kopf her, war plötzlich weg, ich bekam die zweite Luft und ich sagte zu mir:

„Dranbleiben, die Telekom darf nicht vor Dir ins Ziel kommen“

Dies gelang mir auch super und kurz bevor die parallele Streckenführung nach fast 2km endete, und die Straße rechts ab ging, hörte ich von der Gegenseite Frank Clever, unseren Teamcoach, rufen. Seine Worte motivierten mich nochmals und obwohl er es so nicht gesagt hatte, meinte er mit der Anfeuerung auf gut deutsch:

Gib alles Christian und lass Dich bloß nicht von der Telekom abhängen.

Dies tat ich dann auch, schließlich hört man auf seinen Coach, richtig?! Als die Straße abbog ging es leicht bergauf. Das konnte ich zu meinem Vorteil nutzen. Ich hielt das Tempo hoch und ging an den beiden Läufern vorbei. Dass sie am Anstieg langsamer, wunderte mich zwar ein wenig, aber anscheinend war ich doch noch gut drauf. Wie gesagt drehe ich mich ja niemals um, weshalb ich auch nicht wusste ob sie mir folgen konnten oder nicht?

Also versuchte ich auf den letzten anstehenden 4 Kilometern einfach nur das Tempo weiter hochzuhalten in der Hoffnung zumindest den Telekom-Läufer hinter mir zu lassen. Bis km19 sah alles auch sehr gut aus. Dann hörte ich aber wie sich Jemand näherte. Wie viele Läufer es waren wollte ich gar nicht wissen. So kurz vorm Ziel gab ich einfach nochmal alles, um eine Überholung so schwer wie möglich zu machen. Doch noch vor km20 musste ich zwei Läufer an mir vorbeiziehen lassen. Glücklicherweise war keiner von der Telekom dabei. Dennoch holte ich nochmal die letzten Reserven aus mir raus. Einerseits um vielleicht doch nochmal an die beiden Läufer, die mich überholt hatten, aufzulaufen. Und andererseits um den Abstand nach hinten groß zu halten. Als ich das Zielbanner sah, kam dann in mir auch die Gewissheit dass mich jetzt keiner mehr überholen würde. Nach einer für mich nicht so tollen Zeit von 1:19:31h lief ich geschafft aber glücklich ins Ziel ein.

In der Firmenwertung beim Halbmarathon belegte unser Team vom FC Deutsche Post dann auch den 2.Platz vor der Telekom. Also Mission erfüllt. Erste wurde der Laufladen Bonn.

 

 

12. April 2015 – Obermain Marathon in Bad Staffelstein   …..erfolgreicher Ausflug nach einem Monat der Leiden

 

Bei optimalen Laufwetter, mit Temperaturen um die 10°Grad und fast windstill, stand ich am beim 11. Obermain Marathon in Bad Staffelstein am Start. Das Teilnehmerfeld für den Marathon war mit 317 gemeldeten Läuferinnen und Läufern überschaubar. Am Ende sollten immerhin 268 ins Ziel kommen.

Das ich überhaupt dort an der Startlinie stand, war dem längeren krankheitsbedingten Ausfall im Februar/März geschuldet. Denn eigentlich wollte ich die DM über 100km in St. Leon-Rot am Vortag laufen. Aber aufgrund des Trainingsrückstands wäre der 100er einfach eine Harakiri-Aktion geworden. Also hab ich die DM vernünftigerweise abgesagt und mir einen Marathon als „Ersatz“ gesucht. Da ich schon wieder ein paar Wochen Training incl. langer Läufe hinter mir hatte, waren auch keinerlei Bedenken, dass der Lauf zu früh kommt.

Einzig die Ungewissheit über meinen Fitness-Zustand blieb. Denn Wettkampftempo, erst Recht über 42km, ist dann ja doch nochmal etwas anderes. Aber ich war guter Dinge und die Ergebnislisten der vergangen Jahre zeigten daß ich durchaus vorne mit dabei sein konnte. Das Profil war gerade auf den ersten 21km schon sehr anspruchsvoll. Deshalb wollte ich bis zur Halbmarathon-Marke auch mit meinen Kräften sparsam umgehen. Schließlich wußte ich ja nicht so genau wie gut oder schlecht ich drauf war.

Als dann der Startschuss fiel formierte sich gleich eine 5er Gruppe, aus der schon nach rund 1km sich ein Spitzentrio bildete. Ich war da aber nicht dabei, sondern im Verfolgerduo. Da ich mir den Streckenverlauf gut einprägt hatte, wusste ich das relativ früh der erste Anstieg kam. Den gab es hinter km6, wo auf 1,5km Länge 300HM zu überwinden waren. Und wie ich sehen konnte fiel schon da der erste aus dem Trio an der Spitze heraus. Ich lief, als es aufwärts ging, auch schon alleine. Aber ich hatte mir das schon gedacht, daß beim ersten hinauflaufen sich alles neu sortieren würde. Jedenfalls versuchte ich nicht gleich alles zu geben, den ich wußte ja von dem zweiten härteren Anstieg bei km15.

Oben angekommen ging es danach bis km11 eigentlich nur abwärts. Das Spitzenduo war schon nicht mehr zu sehen, und so konnte ich relativ zeitig im Rennen mich auf Platz 3 konzentrieren. Der lief so ca. 300m vor mir und noch bevor es wieder leicht bergauf ging hatte ich ihn eingeholt (km13). So langsam ging es dann auch wieder leicht aufwärts, bevor dann beim km15 der richtig knackige Anstieg folgte. Auf ca. 1,2km ging es 300m hoch nach Vierzehnheiligen, wo man rechts an der Basilika vorbeilief, um die restlichen 100 HM zu bewältigen. Wer den Olympiaberg in München kennt, hat eine ungefähre Vorstellung davon was uns Läufer da erwartete. Als „Belohnung“ konnte man sich dann 5km auf welligen Schotterweg erholen. Zur Halbzeit wartete dann aber mit noch ein letzter richtig knackiger Anstieg von 400m der richtig weh tat. Aber die Aussicht vom Staffelberg auf die gesamte Obermaintal incl. Bad Staffelstein und Umgebung, ließ den Schmerz und die Anstrengung vergessen. Ein echt traumhafter Ausblick für den ich leider viel zu wenig Zeit hatte.

Da von km 17 bis 25 eine Pendelstrecke bestand, konnte man dann auch mal seine Verfolger beobachten. Auf meinem „Rückweg“ vom Staffelberg (km 20/21) sah ich quasi fast halbe Feld hinauflaufen. Ich hatte den Aufstieg ja schon hinter mir. Die beiden Führenden kamen mir kurz bevor ich oben war entgegen, was bedeutete dass sie zu diesem Zeitpunkt schon 1km Vorsprung hatten. Um es vorweg zu nehmen: Im Ziel war es mehr als eine viertel Stunde. Wer direkt hinter mir konnte ich durch die Runde auf dem Plateau des Staffelbergs nicht genau erkennen. Aber es war mir auch irgendwie egal. Ich wußte dass es bis zum Ziel im Prinzip nur noch bergab ging bzw. flache, wellige Passagen kamen. Und ich wollte unbedingt diesen 3.Platz.

Trotzdem versuchte ich noch ein paar Reserven zurückzuhalten, sollte doch nach km 30 noch jemand zu mir aufschließen oder gar vorbeigehen wollen. Bergab gelang das ganz gut, aber als es dann in den flachen, welligen Bereich ging, merkte ich doch ab und zu schon meinen Trainingsrückstand. Die Zeiten waren nicht mehr ganz so konstant und ab km 34/35 begann es dann auch weh zu tun. Das Tempo versuchte ich so hoch wie möglich zu halten. Und wenn ich etwas langsamer wurde, sagte ich mir immer wieder:

„Tempo hochhalten, lass Dir Platz 3 nicht mehr nehmen“

Da es dann auch längere Abschnitte gab wo es geradeaus ging und einige Radler und Fussgänger unterwegs waren, dachte ich auch wenn einer relativ knapp hinter mir war, würden die Leute das schon sagen. Stattdessen kam aber immer nur :

„Super Leistung, weiter so, gleich hast Du’s geschafft“

Ich wollte es zwar, aber das Tempo hochzuhalten gelang jetzt nicht mehr ganz. Als ich dann am Schild km40 vorbei bin, kam langsam auch die Gewissheit daß ich als Dritter einlaufen würde. Ich müßte „nur noch“ anständig durchkommen. Das ich dann schon das Stadion hörte wo der Zieleinlauf war für mich eher kontraproduktiv. Denn man musste dann noch einmal rumlaufen, dort eine Kurve nehmen und ich dachte schon: wann geht es jetzt endlich in das verdammte Stadion.

Als ich dann endlich einbog und keiner direkt hinter mir war, konnte ich auch innerlich endlich die Anspannung lösen. Die letzten 250m auf der Tartanbahn genoss ich einfach nur noch und kam überglücklich nach 3:00:34h als Gesamtdritter ins Ziel.

Die beiden ersten waren da schon lange eingelaufen. Der Sieger lief eine Wahnsinnszeit von 2:41:00 und der zweitplatzierte kam in 2:45:02 ins Ziel. Dass ich die 3h Marke nicht mehr geknackt hatte, war mir danach auch egal. Und mein Gefühl hatte mich anscheinend auch nicht getäuscht. Denn 25sec, die am Ende zwischen mir und dem Viertplatzierten lagen sind nicht wirklich viel. Einmal einen km etwas langsamer und schon hätte es vielleicht eng werden können.

So aber war ich total glücklich dass der erste Wettkampf nach der Pause so gut verlief. Darauf kann ich jetzt weiter aufbauen und dann schauen was beim Rennsteiglauf herauskommt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

28. Februar 2015     DM der DUV über 50km  ….neue ungewohnte Erfahrung beim Lahntallauf in Marburg

 

Am letzten Tag im Februar stand für ein weiteres Härtetest nach dem Thermen-Marathon, vier Wochen zuvor, an. Beim diesjährigen Lahntallauf waren die deutschen Meisterschaft der DUV über 50km integriert. Das bedeutete natürlich das fast alle Top Ultraläufer am Start waren und es vorne so richtig die Post abgehen würde. Am Ende sollte der Sieger Nils Bubel ein fantastische Zeit von 2:55h laufen. Das die ersten 9 Läufer unter 3:19 blieben, zeigt das extrem starke Läuferfeld.

Mich persönlich sollte dies aber nicht von allzu großer Bedeutung ein, denn überhaupt unter die ersten 10 zu kommen, sollte sich nach meiner Rechnung schon schwierig gestalten. Das ich insgeheim vielleicht doch auf einem Platz unter den Top6 hoffte, waren da nur Gedankenspiele. Mein eigentliches Ziel war es eine Zeit um die 3:25h zu laufen. Denn der eigentliche Höhepunkt kommt ja mit den DM über 100km im April noch. Also einfach mein Tempo laufen, ruhig bleiben und dann am Ende einfach schauen was für ein Platz dabei rausspringt.

Die Anreise am Freitag war auf jeden Fall schon mal relativ stressfrei. Ohne Staus und größere Verkehrsbehinderungen kamen wir am Nachmittag in Marburg an. Das Wetter am Vortag war mit Regen und Temperaturen um die 0°Grad nicht gerade toll, aber für den Samstag wurde deutlich besseres Wetter vorhergesagt. Und davon das wir dieses Jahr, wie im letzten Jahr, die Mannschaftswertung gewinnen würden, war aufgrund der deutschen Meisterschaft definitiv auch nicht auszugehen. Mit viel, sehr viel Glück vielleicht Platz 3, aber ich persönlich glaubte nicht daran. Mit Johann, Andreas, Hans, Markus, Günther und mir waren wir vom SV Schwindegg immerhin mit 6 Läufern, also 2 Mannschaften, vertreten. Am Abend gingen wir dann noch gemeinsam zum Italiener, um noch einmal dem Körper Kohlenhydrate zuzuführen.

Am nächsten Morgen war das Wetter zwar nur unwesentlich besser, aber zumindest regnete es nicht mehr. Wie auch vorhergesagt war es am Morgen relativ kühl und die Sonne kam, auch wie angekündigt, erst gegen Mittag heraus. Das bedeutete für die ersten 10-20km Mütze und Handschuh. Nachdem ich einen Teil meiner Eigenverpflegung deponiert, mich noch ein wenig eingelaufen hatte war es auch schon Zeit zum Start zu gehen. Pünktlich um 10.00 Uhr fiel dann der Startschuss für alle Strecken. Denn neben den 50km, gab es auch die 10km, den HM und die Marathonstrecke. Die Streckenführung war eine 10km Runde plus eine kleine Zusatzrunde für die Marathonläufer. Als ganz flach würde ich sie nicht beschreiben, war doch beim km6 ein Anstieg über eine Straßenbrücke insgesamt 5x zu bewältigen. Aber im Großen und Ganzen schon eine relativ schnelle Strecke.

Um die angepeilten 3:25 zu laufen musste ich ein Tempo von 4:06 pro km laufen. Am Anfang wollte ich mich aber so zwischen 4:06 und 4:10 einpendeln. Einfach auch um zu schauen, wie es mir geht und ob ich wirklich fit war. Denn eine Erkältung mit fiesem Husten hatte 2 Wochen vor dem Lauf für eine Woche außer Gefecht gesetzt. Am Montag in der Wettkampfwoche hatte ich dann nochmal einen kleinen Testlauf gemacht, um zu sehen ob es überhaupt Sinn machte zu starten. Nachdem Testlauf hatte ich zwar das Gefühl das es für den Wettkampf ab km 35/40 eventuell Probleme geben könnte, aber es waren ja noch 5 Tage Zeit sich zu erholen.

Also die ersten Kilometer einfach schauen und am besten eine kleine Gruppe finden. Dies klappte auch hervorragend. Denn zusammen mit dem Vorjahressieger, der auch aufgrund einer Erkältung Trainingsrückstand hatte, und zwei weiteren Läufern konnte ich/wir das geplante Tempo halten und alles lief eigentlich super. Die ersten beiden Runden waren mit Zeiten um die 40:45min vielleicht zwar ein klein wenig zu schnell (41min wären genau 4:06 gewesen), aber in unserer Gruppe lief es sich einfach super und auch ich merkte in den Beinen keinerlei Trainingsausfall bzw. Erkältung. Auch Runde 3 verlief ohne Probleme und ich legte mir gedanklich schon einen Plan für die letzten beiden Runden zurecht. So wollte ich die vorletzte Runde noch zusammen mit der Gruppe laufen, sofern nicht einer schon Gas gibt, die Rundenzeit von 41 min halten, um dann zu schauen ob ich auf der letzten Runde nicht noch etwas schneller laufen könnte. Als Ausweichplan hätte ich auf der letzten Runde einfach das bisherige Tempo versucht beizubehalten, um so die eigene Vorgabe von 3:25h nicht unnütz zu gefährden.

Doch es kam dann etwas anders als geplant. Denn nachdem ich anfangs der vierten Runde eine kleine Pinkelpause einlegen musste, war die Gruppe natürlich weg. Also versuchte ich langsam, aber stetig wieder an die Gruppe heranzulaufen. Ich würd sagen sie war so 200-300m vor mir, also immer noch Sichtkontakt. Und da ja noch über 15km zu laufen waren, versuchte ich ruhig zu bleiben. Aber leider machte sich die Erkältung bzw. die Nachwirkungen doch noch so langsam bemerkbar. Ich bekam seltsamerweise Probleme mit der Atmung, was ich so noch nie erlebt hatte, Meine Beine wollten immer vorwärts, aber irgendwie schien keine Luft vorhanden zu sein. Also sagte ich mir „bleib ruhig“, lauf die vorletzte Runde jetzt anständig und sauber zu Ende laufen und dann schaust mal wie’s Dir auf der letzten Runde geht. Am Durchlauf/Ziel angekommen, schaute ich auf die Uhr uns sah ein hohe 42er Zeit (glaube 42:48).

Ehrlich gesagt, war dies für mich wie ein kleiner Schock!

Ich hatte schon bemerkt dass ich Probleme bekommen hatte und langsamer geworden war. Aber fast 2min über der geplanten Rundenzeit?! …oje dachte ich nur, dass können harte letzte 10km werden. Und so kam es dann auch. Mein Ehrgeiz und Wille sagte mir zwar immer wieder: „komm Junge Tempo halten und versuch nochmal alles“. Aber immer wieder wenn ich beschleunigen wollte, bekam ich keine Luft, japste regelrecht und fühlte eine Art Kurzatmigkeit. Die Beine wollten ja immer, aber leider ging Atmungstechnisch nicht mehr …..echt frustrierend! Für mich stand spätestens jetzt aber fest, dass ich einerseits meine Zeit vergessen konnte und zweitens dass die Erkältung und der Trainingsausfall den Körper scheinbar doch mehr geschwächt hatten, als vermutet. Das ich auch noch von mehreren Läufern überholt wurde, konnte mich dann auch nicht mehr schocken. Normalerweise überhole ich immer auf den letzten Kilometern, aber so konnte ich auch mal die Erfahrung machen, wie das so ist. So quälte ich mich förmlich dem Ziel entgegen und hoffte wenigstens noch unter 3:33h zu kommen. Gefühlsmäßig hatte ich einen 5er Schnitt drauf, was natürlich nicht stimmte. Da die letzte Runde eine 46er Zeit hatte, war es dann doch wohl eher so um die 4:35. Als es dann auf die letzten 1000m ging kam so langsam die Erleichterung es endlich geschafft zu haben. Nach 3:31:07 lief ich fix und fertig ins Ziel ein. Auch wenn einige sagten, ich sah noch gut aus, fühlte ich mich total ausgepumpt und leer, wie noch einem extrem schnellen 10er.

Natürlich war ich hinterher, verständlicherweise, total enttäuscht. Aber was will man machen wenn er Körper nicht so will wie man es gern möchte. Da machte es dann auch nix mehr, dass der Sieger in meiner Altersklasse mit 3:12 eh unerreichbar weit weg war. Als „Krönung“ schaffte ich es nicht einmal aufs Treppchen und belegte den undankbaren 4.Platz in der M40. Dass ich von am Ende 224 Teilnehmern die ins Ziel gekommen sind, auf Gesamtplatz 20 einkam, ist eigentlich nicht ganz so schlecht, aber wie gesagt meine persönlichen Vorgaben sahen ja etwas anders aus.

Am Schluss steht unterm Strich für mich die Erkenntnis, dass ich einen 50km Tempo(Trainings)lauf unter Wettkampfbedingungen machen konnte. Und das ich die nächsten Tage aufpassen muss, wie es mir gesundheitlich geht. Sollte der Husten oder gar die Erkältung zurückkommen, muss ich echt überlegen ob ich die DM über 100km am 11.April nicht absage. Denn noch eine (oder gar zwei) Wochen Trainingsausfall sind dann einfach zu viel!

…und es bleibt die Erinnerung an einen schönen Ausflug mit dem SV Schwindegg!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1.Februar 2015     Thermen Marathon in Bad Füssing

 

Schon fast traditionell ist der Marathon in Bad Füssing für mich der erste richtige Härtetest im Hinblick auf die anstehende Ultra-Laufsaison. Zwar bin ich zu diesem Zeitpunkt in der Regel schon die ersten beiden Läufe der Winterlaufserie mitgelaufen, aber 10 bzw. 15km sehe ich nicht wirklich als Härtetest. Dann eher als Möglichkeit ein(en) Tempolauf/Training unter Wettkampfbedingungen zu machen.

Also stand ich auch dieses Jahr wieder an der Startlinie an den Johannesbad-Thermen. Das Wetter war perfekt. Es war windstill, trocken und um die 1°Grad. Dazu schien immer bei leicht bewölkten Himmel immer wieder die Sonne. Die Marathonstrecke teilte sich auf 4 Runden auf, zweimal jeweils 10 bzw. 11km. Als Ziel für mich selber hatte ich dabei ausgegeben, die ersten 3 Runden im Schnitt von 4:10/15 zu laufen. Dies gelang mir wunderbar, auch weil ich ein paar Läufer hatte, die dasselbe Tempo hatten. Es lief also alles super, auch wenn ich auf der dritten Runde ganz leichte Probleme bekam. Aber ein wenig Salz und Iso-Getränk und schon lief es wieder. Schon am Ende der 3.Runde fing ich an etwas zu beschleunigen und sah dann am Anfang der letzten Runde das noch 2-3 Läufer vor mir in (Lauf)Reichweite waren.

Also hielt ich den 4:00er Schnitt den ich mittlerweile hatte. Stück für Stück konnte ich auch aufholen, aber auch ich musste ab km 37/38 etwas kämpfen. Dennoch versuchte ich weiterhin das Tempo hoch zu halten. Schließlich waren es ja „nur“ noch 5km. Am Ende konnte ich mich auf Gesamtplatz 9 vorarbeiten und kam in 2:54:38:03 ins Ziel und schaffte damit den ersten Platz in meiner Altersklasse (M40). Unterm Strich bin ich damit mehr als zufrieden, auch wenn ich weiß, dass ich bis zum 11.April noch Einiges an Arbeit …. äh Training vor mir habe.