2014

 

25.10. Zum Saisonausklang nochmal ein gutes Ergebnis 

Am letzten Oktoberwochenende fand in Remscheid bereits zum 14x der sehr beliebte Röntgenlauf statt. Als Saisonabschluß vom Nationalteam Laufen des FC Deutsche Post wollte ich dort noch einmal alles und der schon sehr guten Saison einen guten Abschluß geben.

Die Wetterbedingungen dafür sollten nahezu perfekt werden. Temperaturen um die 15°C und kaum Wind. Also alles gut. Und meine Rücken bzw. Lendenwirbelbeschwerden durch einen blockierten Wirbel waren in den letzten Wochen  auch besser geworden. Einzig und allein das ich mein Training nach den DM im 6hLauf in Weißenstadt nicht so durchziehen konnte, auch durch die Wirbelprobleme und leichten Schnupfen, wie ich wollte, war ein kleiner Wermutstropfen.

Ein paar Tempoeinheiten und den Marathon in München konnte ich zumindest noch laufen. Wobei ich den Marathon als Ausdauereinheit 2 Wochen lief und dabei als Begleitung für eine Freundin fungierte die unter 4h Stunden kommen wollte. Nunja am Ende sollten wir mit einer Zeit von 3:57:33h ins Ziel kommen…..Mission also erfüllt!

Dies aber nur als kleine Anekdote am Rande.

Beim Röntgenlauf wollte ich also einfach gut durchkommen und wenn möglich ein Platz unter den ersten 5 anvisieren. Insgeheim hoffte ich auf einen Podiumsplatz, den die Ergebnisse der letzten Jahre sprachen schon ein wenig dafür. Allerdings müsste ich dafür die 63,3km schon in einer Zeit um die 4:45 laufen, was einen Km Schnitt von 4:30 bedeutet. Eigentlich eine machbare Sache, aber es waren ja auch einige Höhenmeter zu bewältigen. Und da waren ein, zwei echt steile Rampen dabei. Nur hatte ich die so nicht auf der Rechnung. Tja hätte ich mir den Streckenplan mit ausgewiesenen HM mal doch genauer angeschaut.

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Aber von Anfang an. Mit dem Start pünktlich um 8:30 setze sich das Feld aus ca. 400 Ultraläufern in Bewegung. Mit uns gingen auch die Halbmarathon und Marathonläufer auf ihre Strecke. nach einer 5km Schleife durch die Altstadt von Lennep, wo auch das Röntgenmuseum steht, ging es wieder vorbei am Start in Richtung Röntgenweg. Im Prinzip gab es 3 Strecken – abschnitte, die gelaufen wurden. Als erstes kam dann das Halbmarathonziel, und die Marathon und Ultraläufer liefen weiter. Bevor nach 42,195km nur noch die Ultras auf der Strecke waren.

Ich hatte wie bereits erwähnt mir diese 3 Streckenabschnitte angeschaut und schon gesehen, daß auf den Abschnitten 2 und 3 mehr hoch ging, als auf dem ersten Abschnitt, wo es noch mehr runter als rauf ging. Nur leider schien ich das auf den ersten Streckenhälfte total vergessen zu haben. Denn die ersten 10km beendete ich in 42/43 min, was eigentlich viel zu schnell war. Aber ich fühlte mich gut und ich hatte das Gefühl das mein Tempo keineswegs zu schnell war. Dennoch rächt sich sowas eigentlich immer…und das sollte es auch bei mir!

Denn auch die zweiten 10km lief ich in 42/43min und kam beim Halbmarathon in 1:29h durch. Das würde am Ende eine Zeit von 4:30 ergeben. Spätestens jetzt hätte ich reagieren und mein Tempo etwas reduzieren müssen. Doch bis in meinem Kopf drangen diese Zeichen nicht durch. Weiterhin behielt ich das Tempo bei, vielleicht auch weil ich mich immer noch richtig gut fühlte. Und hätte ich mir die Streckenpläne für die Abschnitte 2 und 3 genauer angesehen, hätte ich auch gewußt was noch kommen würde. Tja, aber wer nicht hören will muss eben fühlen.

Und so schlug die echt fiese Steigung beim km 27/28, wo es in sehr kurzer Zeit in einer Serpentine galt über 60HM zu bewältigen, zu wie der Hammermann. Diese, ich würde mal sagen über zwischen 15-20%ige, Steigung traf mich völlig unvorbereitet und hinterließ auch in meinem Kopf einen bleibenden Eindruck.

Denn endlich oben , war ich platt und ich dachte nur noch, wie soll ich jetzt nochmal 30km überstehen. Im Nachhinein war dies auch ein Fehler. Denn eigentlich hätte ich mich ja „nur“ ein paar (Kilo)Meter zurückhalten müssen, um dann wieder mein Tempo aufzunehmen. Aber wie schon gesagt, fühlte ich mich so kaputt, körperlich und psychisch, daß ich einfach so vor mich herlief. Es dauerte eine Weile bis ich aus diesem Tal rauskam und dann nach vorne schaute.

In meinem Fall hieß das: irgendwie bis km40 durchkommen und dann noch mal schauen was geht. Am Ende wartete ich bis nach dem Passieren der Marathondistanz. Und das obwohl ich sagen muss, daß ich körperlich gut drauf war. Denn zum Schluß rollte es nochmal aber so richtig. Und selbst die 500-600m Extrameter, die ein weiterer Läufer und ich irgendwo bei km33 oder 35 aufgrund von nicht ganz genauer Richtungsangabe machten, steckte ich locker weg. Bleibt also als logische Erklärung nur der Kopf übrig, oder?!

Jedenfalls war meine mentale Einstellung nach 42km auch wieder eine Andere. Vermutlich auch in dem Wissen dass es nun nur noch ein Halbmarathon war und danach die lange und kräftezerrende Saison endlich vorbei war. Es kam mir zwar auch ein wenig die topographischen Bedingungen zu Gute, dennoch hatte ich wieder den richtigen Biss und wollt jetzt unbedingt nochmal alles geben. Denn irgendwie hatte ich das Gefühl das die magische 5h Grenze noch zu schaffen sei. Ich wusste zwar auch daß es kurz vorm Ziel, bei km60, nochmal einen letzten steilen Anstieg gab, davon wollte ich mich aber nicht einschüchtern lassen. Und so hielt ich das Tempo so hoch ich konnte. Es sah auch echt sehr gut aus unter 5 Stunden bleiben zu können. Das es vermutlich eine enge Sache, von eventuell Sekunden, werden würde, war mir immer bewußt. Aber jetzt wollte ich auch alles rausquetschen aus meinem Körper was geht. So konnte ich auf den letzten Kilometern auch noch einen Läufer überholen, ohne genau zu wissen, welchen Platz ich genau hatte. Und dann kam auch schon der Einstieg zur letzten Steigung.

Ging es am Anfang noch relativ entspannt noch oben, wo ich das hohe Tempo auch noch halbwegs halten konnte, ging es dann zur Sache Aufgeben wollte ich nicht, also versuchte ich den letzten Anstieg, der vielleicht 18-20% hatte, so schnell wie möglich zu bewältigen. Dazu bei trug das ich oben an Ende des Anstiegs ein gelbes Trikot sah und natürlich der Meinung war, ich lief auf Achim auf. Dies könnte natürlich im Umkehrschluss bedeuten, daß ich platzierungstechnisch gar nicht so schlecht sein konnte. Fast oben angekommen, stellte sich aber heraus,  jenes gelbe Trikot war nicht das von Achim, sondern von Kollegen die mich auf den letzten Metern lautstark anfeuerten und mitliefen. Ich schrie im wahrsten Sinn auf den restlichen Höhenmetern nochmal alles aus mir raus, was mir hinterher Respekt und Belustigung zugleich einbrachte, und gab alles was noch ging. Schließlich ging es danach bis zum Ziel nur noch abwärts, also die letzten Energiereserven mobilisieren. Die letzten Metern genoss ich dann einfach nur noch, denn als ich den letzten Anstieg hinter mir hatte und auf die Uhr schaute, wußte ich, daß die die 5h nicht mehr schaffen würde. Das einzige was noch zu erreichen war, daß zumindest eine 5:00h steht. Ironie des Schicksals das es am Ende genau ein Sekunde darüber würde, also 5 Stunden und eine Minute. Also statt 5:00  eine 5:01:00

Dennoch war ich am Ende mit Platz 5 sehr zufrieden, auch wenn es eine Weile dauerte. Denn wie sich anhand der Ergebnislisten rausstellte, war Gesamtplatz 3 in  4:56h eingelaufen.

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Und was wollte ich ursprünglich laufen?  Jaja ich weiß um die 4:45, definitiv aber unter 4:55….tja man bekommt ja selten, dass was man will, oder?

 

 

 

13.09.  6h  Lauf mit tollem Kampf und  Moral und super Mannschaftsleistung

Nach nur 4 Wochen Erholungszeit stand am 13.September, nach den 100km von Leipzig, mit den deutschen Meisterschaften der DUV im 6h Lauf schon das nächste Highlight auf dem Programm. Am Freitag brachen wir Vier (Günther, Theo, Markus und ich) Richtung Wunsiedel auf. Dort lag unsere Unterkunft, denn der Lauf selber fand um den Weißenstädter See statt.

Leider konnte ich mich die Wochen zwischen den Wochen nicht so richtig erholen, da mein Rücken bzw. Lendenwirbelbereich mir schwer zu schaffen machen. Ob es Überlastung oder eine falsche Bewegung ein paar Tage nach dem 100er war, ist da egal. Ich hatte eigentlich immer Schmerzen und hatte einfach nur die Hoffnung das der Rücken hält.

Nachdem wir uns am Abend in einer Pizzeria noch mit den nötigen Kohlenhydraten gestärkt hatten, wurde mir dann plötzlich auch noch schlecht und ich mußt mich übergeben. Keine guten Vorzeichen für den Lauf also. Da ich meinen Körper aber kenne, wußte ich daß ich am nächsten Morgen mit viel Schlaf und Ruhe fit sein würde.

CIMG2577Und so war es auch. Dafür war Markus nicht gut beieinander. Er hing ziemlich durch, wollte aber trotzdem starten. Von Stunde zu Stunde ging es ihm auch besser und so konnte er am Ende des Tages mit Günther und Theo den 3.Platz in der Mannschaftswertung bei den 50+ feiern.

Für mich ging es eigentlich auch „nur“ um Platz 3. Denn mit Florian Böhme, aktuelle Bestzeit 7:20h, und Adam Zahoran (Deutscher Meister 100km 2014 in 7:09) standen wohl die ersten beiden Plätze fest. Gegen Florian hätte ich womöglich eine kleine Chance gehabt, wenn meine Probleme mir da aber nicht schon im Vorfeld einen Strich durch die Rechnung machten.   So ging ich zusammen mit 75 anderen Teilnehmern pünktlich um 10.00 auf die 3,8815 lange Strecke, mit dem Ziel irgendwie Platz 3 zu erlaufen. Das Wetter war optimal, der Regen hatte sich verzogen und Wind war auf der flachen Strecke auch kaum zu spüren. Am Nachmittag hatte man zwar nach km 2,3 ein paar hundert Meter etwas Gegenwind, aber im Großen und Ganzen muss man sagen, daß die äußeren Bedingungen optimal waren.

Da ich im Olympiapark beim 6h Lauf im Mai schon mal die 80km geknackt hatte, hoffte ich daß dies auch hier möglich war. Und das war auch möglich, denn die Strecke hier war im Gegensatz zum Olympiapark schon einfacher zu laufen Deshalb hatte mit auch die zu laufenden Rundenzeiten gemerkt. Einmal für einen 4:30er Schnitt und einmal für einen 4:25er Schnitt. Ich hatte das Glück relativ eine kleine Gruppe von 3 Läufern (mit mir also 4) zu finden, die einen schönen Rhythmus lief. Bis Runde 5 hielt sich diese Gruppe zusammen. Dann gab ein Läufer der LG Weiher etwas Gas, während wir unser Tempo weiterliefen. Bei Runde 9 war dann Schluß für ihn und er stieg aus. So zerbrach diese Gruppe in nach Runde 9, nachdem ein weiterer Läufer nicht mehr mithalten konnte/wollte. So war ich mit dann mit Rainer Koch alleine unterwegs und wir konnten zusammen noch einige Runden drehen. Das war ab Runde 10 und bis dahin hatte ich mir das Rennen eigentlich ganz gut eingeteilt. Die ersten beiden Runden waren zwar etwas zu schnell, aber danach passte das Tempo. Und die Rückenschmerzen die ich von Anfang an spürte, schienen auch weniger zu werden. Dafür begann ab Runde 11 der rechte Oberschenkel zu schmerzen und die Muskulatur schwerer zu werden. Also erstmal Tempo reduzieren und in den Körper hineinhören. Rainer Koch wurde auch langsamer und so war ich mit mir selbst allein. Aufgeben wollte ich auf keinen Fall, schließlich war ich momentan Drittplatzierter und wir befanden und in der zweiten Hälfte des Rennens, in der Alle zu kämpfen haben.

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Also einfach positiv denken und weiterkämpfen. Die Schmerzen im unteren Rücken ignorierte ich und die Runden 11 bis 16 versuchte ich einfach irgendwie durchzustehen. Die Zeiten waren natürlich nicht der Rede wert und mein persönlich gestecktes Ziel über 80km zu laufen würde ich nicht definitiv auch nicht erreichen, aber egal. Dann zumindest über 75km kommen, daß muss doch für Platz 3 reichen, dachte ich mir. Schließlich war ich immer noch Dritter und dann brachen auch schon die letzten 90min an. Also ein Ende in Sicht. Trotzdem warte ich noch ab bis die letzten 60 min angebrochen waren und versuchte dann nochmal alles aus meinem Körper rauszuholen. Was ich nicht wußte, war wie es hinter mir aussah. Wer war Vierter und wieviel Vorsprung hatte ich?

Schon allein aus dem Grund wollte ich mich auf keine Spielchen einzulassen, und gab wie gesagt nochmal alles. Und auch die Muskeln schienen wieder einigermaßen „locker“. Von Beschleunigen zu reden wäre vielleicht etwas zu viel, aber ich wurde nochmal etwas schneller. So kam es daß ich nach 7 „langsamen“ Runden in Runde 19 nochmal richtig gut unterwegs war. Da ich eine ganze Runde vor der 6h Marke nicht mehr schaffen würde, wollt ich trotzdem so weit wie möglich kommen. Am Ende schaffte ich noch etwas mehr als 2,6km und hatte somit am Ende 76 447m auf dem Tacho.

Das ich damit gerade mal knapp 300m Vorsprung auf Platz 4 haben würde, war mir da natürlich noch nicht bewußt. Erst beim Warten auf die Siegerehrung kam Achim Zimmermann zu mir und sagte daß er mich schon gesehen hatte. Jaja die alten Postkollegen lassen einen einfach nicht in Ruhe. Und so konnte ich mich dann auch richtig über Platz 3 in der Gesamtwertung freuen. Dazu kam noch Platz 2 in der AK hinter Florian Böhme, der sich überraschend den Gesamtsieg holte. Denn der Topfavorit Adam Zahoran mußte nach eine Zwangspause einlegen, die aufgrund von muskulären Problemen zustande kam. Aber auch er biss sich durch und wurde noch Zweiter.

Für mich wurde es aber noch besser. Denn in der normalen Mannschaftswertung belegten wir mit dem SV Schwindegg einen hervorragenden 3.Platz. Und in der Mannschaftswertung Ü55 holten sich Günther, Marcus und Theo den 2.Platz. Dazu kam daß Günther und Theo in Ihrer Altersklasse gemeinsam den 3.Platz belegten. Am Ende hatte ich 4 Medaillen um den Hals hängen, denn für den 3.Platz Gesamt gab es ja auch noch die Medaille vom Veranstalter.

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Mit all den Problemen im Vorfeld und während des Laufens bin ich mehr als zufrieden über das Ergebnis und kann mich darüber auch ehrlich freuen. Trotzdem habe ich mit dieser Strecke im nächsten Jahr wohl noch ein Rechnung offen …..

 

 

16.08.  Bayrische Meisterschaft  100km  –  trotz  Magenproblemen  Gesamtsieg  geholt  und  Titel  erneut  verteidigt

Der Jubiläumslauf, der 25.Auflage, des 100km Laufs am Leipziger Auensee sollte für mich etwas Besonderes weren. Denn nach 2012 hatte ich mir vorgenommen wieder um den Gesamtsieg mitzulaufen.   Der Wetterbericht sagte dafür wechselhaftes Wetter mit Temperaturen zwischen 16°- 18°C voraus. Also eigentlich optimale Bedingungen, auch für die erfolgreiche Titelverteidigung des bayrischen Landesmeistertitel.

Zusammen mit den 50km Läufern und insgesamt ca. 180 Startern stand ich also am Samstag früh um 6.00 an der Startlinie auf der August-Bebel-Kampfbahn in Leipzig-Wahren. Gelaufen wurde dieses Jahr wieder die alte 10km Runde, die ja letztes Jahr wegen Hochwasserschäden leider geändert werden musste. Dieses Jahr war die Strecke wieder in einem Top-Zustand, wenn man davon ausgeht,daß es sich größtenteils um breite Waldwege handelt. Die Verpflegungsstationen gab es bei Km 3,3 und 6,7. Dazu gab es im Stadion nach dem Rundendurchlauf eine weitere große Verpflegungsstation plus die Möglichkeit der Eigenverpflegung mittels selbst mitgebrachter aufgestellter Tische. Bei km 1,2/8,8 und km5 gab es zusätzlich noch reine Getränkestellen, wo es Wasser und Cola gab. Ich hatte meine Getränke und Verpflegung wieder schön aufgeteilt, damit ich im Rennen optimal versorgt war. Leider sollte ich davon aber nur wenig Gebrauch machen können….

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Die ersten 10/20km verliefen relativ ruhig und ich versuchte gut in den Lauf reinzukommen und meinen Rhythmus zu finden. Ganz vorne gab es mit Bernhard Munz und Kai Jendretzke zwei Läufer die gleich etwas Tempo machten, aber nie mehr als 2 min Vorsprung hatten. Knapp dahinter, im Verfolgerduo quasi, war ich zusammen mit Vinodkumar. Auch er schien sich heute sehr viel vorgenommen zu haben. Alles lief eigentlich wie geplant, bis ich ab km20 plötzlich Magenprobleme bekam. Das führte dazu dass ich fast nichts mehr  essen konnte und daß das Zuführen von Flüssigkeiten mit relativ schnell immer wieder auf den Magen schlug. Dies zwang mich bis km 55 einerseits zu 3 Toilettenstopps und auf der anderen Seite mußte ich natürlich auch die ersten 3 erst einmal ziehen lassen. Warum ich diese Probleme hatte weiß ich nicht. Da nach der Umstellung auf Tee es langsam besser wurde, vermute ich daß die kalten Getränke möglichwese die Ursache waren. Die letzten Jahre war es ja immer sehr heiß und die kalten Getränke hatten da vielleicht eine kühlende Wirkung? Aber diesmal war es ja ein moderates Wetter….  Jedenfalls ging es langsam bergauf und meinen Rhythmus fand ich ohne lästige WC-Pausen auch recht schnell wieder. Problem war dennoch, daß aufgrund der mangelnden Energiezuführung ersten die Rundenzeiten nicht wie gewünscht waren und zweitens mir im Mittelteil auch ein wenig die Energie fehlte.

Dazu kam dass auf den zweiten 50km auch das Wetter ein wenig verrückt zu spielen begann. Es wechselten sich Sonne mit immer wieder kurzen und heftigen Regenschauern ab. Ein richtiges Aprilwetter mitten im August. Da ich mich von Runde zu besser fühlte wollte ich natürlich auch nach vorne nochmal etwas tun. Mir kam entgegen, daß die beiden Führenden, Bernhard und Kai, auf den zweiten 50km kontinuierlich langsamer wurden, so dass ich sie ca. bei km65 eingeholt bzw.überholt hatte. Ganz vorne hatte sich in der Zwischenzeit Vinodkumar einen kleinen Vorsprung von max. 90sec. rausgelaufen. Nichts also was man auf den letzten 30km nicht noch zulaufen kann. Und da es ja ein Rundkurs war begegnete ich Vinod immer beim rauslaufen aus dem Stadion. Während er die nächste Runde in Angriff nahm, beenedete ich meine gerade. Optimal also um den Gegner zu beobachten und einzuschätzen wie es ihm wohl geht.

Für mich jedenfalls sah er immer noch gut aus, als er 70km absolviert hatte und die drittletzte Runde ging. Ich wollte (und machte) mir keinen Druck und blieb zu meinem Erstaunen sehr ruhig. Ich sagte mir, dass ich nicht mehr machen könnte als meine Rundenzeiten konstant zu halten und möglichweise auf der letzten Runde dann nochmal anzugreifen, wenn der Rückstand nicht größer wird. Denn durch die Magenprobleme auf den ersten 50km hatte ich gefühlt einfach nicht die Kraft und Energie die ich mir gern gewünscht hätte.

Mit einem Schlag änderte sich aber die gesamte Situation. Gerade auf dem ersten Kilometer meiner 8.Runde und noch völlig in Gedanken, wann und wo man den Konkurrenten vielleicht noch stellen könnte, war ich  plötzlich der Führende. Was war passiert?

Kurz vor dem ersten Kilometer der 8. Runde, also ca. bei km 71, lag Vinodkumar am Streckenrand und hielt sich vor Schmerzen den rechten Oberschenkel. Scheinbar hatte der Muskel komplett zu gemacht und er war dadurch zu Fall gekommen. Ob es am etwas zu schnellen Tempo lag was er die letzten Runden eingeschlagen hatte, lässt sich leider nicht sagen. Hinterher erfuhr ich Vinod sich schon vorher ab und zu mal an den Oberschenkel gefast haben soll. Schlußendlich war es ein schmerzhafter Muskelkrampf der ihn daran hinderte weiterzulaufen. Ob ich ihn auf den restlich Kilometern noch eingeholt hätte, ist natürlich nur reine Spekulation. Und ein hätte, wenn und aber zählt nun mal nicht. Nur eines weiß ich sicher, ich hätte am Ende wohl die selbe Zielzeit wie jetzt auch. Und wenn Vinod dann immer noch vor mir gewesen wäre, hätte es auch absolut verdient gehabt zu gewinnen!

So war ich nun der Erste und merkte wie meine Motivation irgendwie dahinging. Denn da die beiden hinter mir immer langsamer wurden und meine Vorsprung immer größer wurde, wußte ich das mir eigentlich nichts passieren konnte….naja außer einem Muskelkrampf etc. Aber aufgeben wie im Mai bei den deutschen Meisterschaften kam überhaupt nicht mehr in Frage. Und obwohl ich vor dem Lauf und auch während der Probleme im ersten Teil, ab und zu an Husum dachte, bestand nie wirklich die Gefahr, daß ich aussteige. Das heißt für mich im Umkehrschluß das ich die Sache verarbeitet habe. So lief ich dann eigentlich relative entspannt meinem zweiten Gesamtsieg entgegen.

Meine Wunschzeit von 7:30h – 7:35 konnte ich durch die Umstände sowieso nicht erreichen, das mir relative zeitig klar. Und das Ziel des 2. Gesamtsiegs war auch in trockenen Tüchern. Was also tun?     Na klar nochmal Gas geben. Und das wollte ich auch so. Nachdem die vorletzte Runde nur eine 49er Zeit auf der Uhr anzeigte, sagte ich mir: So genug ausgeruht. Jetzt hau nochmal alles raus. Das ich die vorletzte Runde mich etwas verhalten laufen wollte, hatte ich bewußt gemacht, aber doch nicht so zurückhaltend. Also ging ich in die letzte Runde auch mit etwas Wut auf mich selbst und siehe da es wurde mit 46min nochmal richtig schnell. Geht doch. Hätte ich die 9.Runde nicht so verschlafen wäre eventuell sogar eine Zeit mit einer 3 möglich gewesen…also 7:39…

So lief ich dann in 7:42:20 ins Ziel und hatte es tatsächlich vollbracht. Mein 2.Gesamtieg auf 100km und den Titel des bayrischen Meisters zum 4x verteidigt.

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29.06.  Metropol Marathon in Fürth  – neue Bestzeit anvisiert

Bei optimalen Laufbedingungen mit 16°/17° Grad und, zumindest während des Laufens, leichtem Nieselregen  klappte es endlich mit der seit langen gewünschten Endzeit von 2:45h.  Am Ende eines teilweise harten Rennes wurde es eine 2:45:07, obwohl ich deutlich drunter hätte bleiben können, wenn ich auf den letzten 10-13km nicht voll in die vor mir laufende Schar von Halbmarathon, Staffel – und Volksläufern geraten wäre.  Mehr als bedauerlich, daß kaum jemand Platz machte und ich teilweise auf dem Rasen laufen musste. Sozusagen eine völlig neue Art  des „Spießrutenlaufens“.

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29.05.   6h- Lauf  im Münchner Olympiapark   – es geht doch noch!

Nachdem ich bei den DM 100km in  Husum mein persönliches Waterloo erlebt hatte und auch von mir selbst ein wenig enttäuscht war, hatte ich beim 6h-Lauf im Olympiapark  die Möglichkeit  es wieder gut zu machen. Obwohl es ja kein „Wiedergutmachen“ gibt, denn ein Lauf ist ein Lauf und was da passiert, kann man nicht ungeschehen machen. Trotzdem wollte ich Husum irgendwie vergessen machen.  Und es gelang mir ….

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Denn souverän wurde ich Sieger beim 6h-Lauf im Olympiapark München, der im Rahmen des 24h-Laufs  stattfand. Am Ende wurde es zwar noch einmal spannend bzw. knapp, aber mein Wunschziel von 80km habe ich mit exakt 80,153km erfolgreich geschafft. Über das Minimalziel von 75km hätte ich mich zwar auch gefreut, aber nach dem „Debakel“ von Husum, mußte und wollte ICH ES MIR SELBST einfach nochmal beweisen.  Jetzt kann die Saison weitergehen :-)

 

 

10.05.  DM 100km: Niederlage, Lernprozess oder einfach nur „nicht mein Tag“

Die diesjährigen Deutschen Meisterschaften über 100km fanden im hohen Norden, genauer gesagt in Husum, am 10.Mai statt. Das in diesem Jahr der Saison-Höhepunkt der deutschen Ultraläufer uns ausgerechnet an den am nördlichsten gelegenen möglichen Austragungsort stattfand, ließen bei persönlich schon die ersten leichten Zweifel aufkommen.

Denn an der Nordseeküste ist es selten windstill und Wind mag so ziemlich kein Läufer. Denn Regen oder Sonne kann man eventuell, je nach persönlicher körperlicher Wettertauglichkeit, möglicherweise noch kompensieren. Aber Runde für Runde gegen den Wind anzukämpfen kostet(e) einfach Kraft und macht(e) irgendwann auch kein Spaß mehr. Also zumindest mir persönlich….aber dazu später mehr.

Im Prinzip muss man sagen, dass  schon die Anreise nach Husum eigentlich nicht optimal war, um es positiv zu formulieren. Das dabei auch private Gründe zu einem kleinem Teil beigetragen haben, ist da eher nebensächlich.

Denn wir, mein Vater und ich, lagen mehr als voll im Zeitplan. Doch leider meinte ein LKW-Fahrer sein Fahrzeug samt Ladung quer über die A7 legen zu müssen, um Spaß zu haben. Die Folge war eine großes Verkehrschaos zwischen/um Hannover/Celle und Soltau. Denn logischerweise waren auch die ganzen Umleitungsstrecken mehr als ausgelastet. Und so wurde es nichts mit einer frühen Anreise und etwas essen wollte/mußte ich ja auch noch.                    Um die Sache abzukürzen: Kurz nach 23.00 lag ich dann völlig gestreßt und platt im Bett. Alles andere als gute Voraussetzungen für einen 100km Lauf! Aber bekanntlich ist ja nicht die letzte Nacht vor einem Wettkampf entscheidend, sondern die Tage zuvor. Und da konnte ich dank Urlaubs eigentlich viel und gut schlafen und erholen. Also nicht in Panik verfallen…..

Nach einer unruhigen Nacht ging es dann also am Samstag morgen an die Laufstrecke und das Wetter war leider genauso wie vorhergesagt. Die Temperaturen gingen ja noch, aber der Wind war schon etwas nervig. Nachdem wir, ich war ja das erste Mal mit meinem neuen Verein, dem SV Schwindegg, unterwegs, den Transporter geparkt hatte und die Verpflegungstische aufgebaut waren, hieß es kurz einlaufen oder sollte ich sagen warmlaufen?!, und mental vorbereiten.

Die Strecke war ein 5km Rundkurs auf einem asphaltierten Weg direkt hinterm Deich. Auf jeder Runde war auch ein rund 100m langer Anstieg zu bewältigen. Da er logischerweise bei einem Rundkurs von beiden Seiten bewältigt werden musste, waren dies 200m bei schätzungsweise 8% Steigung. Dazu kam auf dem „Rückweg“ nachdem man am Hotel vorbeigelaufen war, ein rund 200m langes Geradeaus-Stück wo der Wind unbarmherzig von vorne bließ. Noch schwieriger fanden aber viele Läufer die scharfe 90°Grad Kurve kurz vor dem Runden – durchlauf. Das sich in besagter Kurve dann auch ständig Regenwasser sammelte, machte die Sache auch nicht besser. Vor dem Durchlauf war EINE mehr als bescheidene Verpflegungstation aufgebaut. Auf der anderen Seite der Strecke waren die Tische mit der Eigenverpflegung aufgebaut. Unserer war einer der ersten und somit sehr gut einsehbar. Markus Müller übernahm die Betreuung, reichte Getränke, Gels oder was man ebenso brauchte.

Als der Startschuss fiel, war ich dann aber dennoch motiviert. Schließlich hatte ich mich ja eigentlich richtig gut vorbereitet. Warum ich dann allerdings schon die ersten Runden zu schnell anging, weiß ich nicht. Zumindest für meinen Plan endlich die 7:30h zu knacken, war es mit Zeiten teilweise deutlich unter 22:30, zu schnell.        Denn hätte ich mich an meinen Plan gehalten, hätten diese Rundenzeiten würden am Ende exakt 7:30h ergeben. Ich fühlte mich aber immer gut und konnte lange mit 2 anderen Läufern zusammen laufen. Im Nachhinein betrachtet war dies aber möglicherweise falsch. Denn nachdem wir km50 passiert hatten, begann es bei mir schon nicht mehr so rund zu laufen. Die 11.Runde konnte ich noch halbwegs gut laufen und auch die Zeit war noch o.k. Aber in der 12 und 13. Runde quälte ich mich regelrecht über die Strecke. Und ich lief nur noch Zeiten von 25min und drüber. Dazu kamen auf einmal mentale Probleme. Denn es wären ja „nur noch“ 35km gewesen, aber nach dem Rundendurchlauf bei km65 stieg ich aus. Ich stand noch an unsrer Verpflegungsstation, wo mich dann auch Dirk, Günther und Markus versuchten davon abzuhalten und mich zu motivieren. Aber aus irgendeinem Grund ging bei mir nichts mehr. Naja, laufen hätte ich bestimmt schon noch und ich wäre auch ganz sicher ins Ziel gekommen. Aber vermutlich erst nach 8 Stunden.

Was mich am meisten selbst schockiert(e) ist die Tatsache das ich es relativ gleichgültig hinnahm. Es brauchte einige Tage bis bei mir die Erkenntnis einsetzte, daß es absolut falsch war einfach so auszusteigen. Ändern konnte ich es natürlich auch nicht mehr, was mich noch mehr an mir selbst zweifeln lässt. Das Einzige was mir also bleibt, ist aus der Sache (m)einen persönlichen Nutzen zu ziehen und einfach weiter machen. Der nächste Ultralauf kommt bestimmt…..

 

 

19.04.   Traumhafte Bedingungen beim 13.Dreiburgenlandmarathon

Nachdem ich letztes Jahr aufgrund der DM 100km nicht beim Marathon in Thurmannsbang dabei ein konnte, klappte es diesem Mal mit einem Start bei einem der schönsten Landschaftsläufe die ich kenne. Eine echt schöne und anspruchsvolle Strecke im bayrischen Wald, die mit so viel Herzblut und Hingabe von Ludwig Schürger und Team organisiert wird.

Ihm habe ich auch zu verdanken, von diesem Lauf Kenntnis zu erlangen.

Denn im Zuge meiner Trainertätigkeit in der Kinder- und Jugendleichtathletik hatte ich in den vergangenen Jahren die Möglichkeit an den vom BLV ausgerichteten Schneeschuhwanderungen, die hier stattfanden, teilzunehmen und dabei auch mit Ludwig ins Gespräch zu kommen. Und dabei lud er mich ein, einmal den Dreiburgenmarathon mitzulaufen. Dieses Jahr sollte es nun soweit sein.

Schon seit vielen Wochen freute ich mich darauf hierher zukommen und in dieser wunderschönen Landschaft zu laufen. Die letzte Woche vor dem Lauf trübte meine Vorfreude allerdings etwas, da ich mich beim HM in Bonn wohl etwas verkühlt haben muß. Mein Hals fühlte sich rauh an und ich machte mir Sorgen, ob es bis Samstag reichen würde. Natürlich unternahm ich alles, um diese Sache so schnell wie möglich in den Griff zu bekommen. Zum Glück hatte ich keinerlei Husten, der die Sache unnötig komplizierte. Ludwig machte mir sofort per Mail Mut, daß bis spätestens Donnerstag alles weg sei und mein Start ungefährdet sei. Danke dafür!

Nun ja, es wurde dann zwar erst der Freitag, aber immer noch rechtzeitig um auch sicher an den Start zu gehen. Also auf nach Thurmannsbang.

Das Wetter versprach echt super zu werden, also am Abend nochmal richtig Kohlenhydrate bunkern, letzte Tipps einholen und dann Ruhe bewahren. Nach dem Essen gab es noch einen Vortrag von Christoph Kaiser, einem Ultra Trailläufer, der ein wenig aus dem Nähkästchen plauderte und Einblicke in seine Welt gab. Ein  echtes Highlight.

Am Morgen konnte ich dann für einen Marathonlauf richtig lange schlafen. Lag doch Start und Ziel direkt vorm Hotel. Nach einem gesunden Frühstück brachte ich die Startnummer an und lief mich etwas warm. Das Wetter sollte sonnig bei Temperaturen um die 15°C bringen, perfekte Bedingungen also. Etwas nervös stand ich dann schon an der Startlinie. Hatte ich doch für mich persönlich den Dreiburgenlandmarathon als ultimativen Trainingswettkampf auserkoren. Sind  ja nur noch 4 Wochen bis zur 100km DM in Husum.

Vom Start weg war ich dann auch in der dreiköpfigen Spitzengruppe vertreten. Zum einem war der Sieger der letzten Jahre Henrik Höfner und dazu Stefan Heigl von der LG Mettenheim. Gelaufen wurden 2 Halbmarathon-Runden mit insgesamt 880HM. Also schon anspruchsvoll und nix für Flachländer.

Meine Taktik war im Schnitt 4:10min zu laufen, so das eine Zielzeit um die 2:55 drin war. Auf den Gesamtsieg hatte ich zwar im Vorfeld spekuliert, aber aufgrund der Probleme unter der Woche, war mein primäres Ziel unter die ersten Drei zu kommen.

Da sich unsere Spitzengruppe schon vom Start weg recht schnell  formierte, war spätestens bei km5 klar das dieses Ziel erreicht werden würde. Also was tun?

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Die beiden Anderen bildeten das Führungsduo und hatten auf der ersten Runde immer so zwischen 200-400m Vorsprung. Aber da meine Zeiten passten und ich immer Sichtkontakt hatte, lief ich weiter meine Tempo und hoffte, daß ich auf der zweiten Runde eine Chance bekam vielleicht doch noch um den Sieg mitzulaufen. Da ich also Zeit hatte genoß ich auf der ersten Hälfte die teilweise schöne Landschaft. Am Ende des ersten Halbmarathons sah ich wie Stefan Heigl  sich vom zweitplatzierten Henrik absetzen konnte. Oder wurde er langsamer, denn auch ich kam Henrik immer näher und konnte ihn ca. bei km 20 dann auch überholen. In die zweite Hälfte  ging ich also schon als Zweiter.

Ich fühlte mich noch sehr gut und der Rückstand betrug auch nur 44sec. Auf den noch weiteren ausstehenden 21km war da also noch alles drin.

Mein ursprünglicher Plan bestand darin, daß ich mein Tempo auf der zweiten Hälfte auf 4:00min/km steigern wollte, um am Ende nochmal alles zu geben. Doch gleich am Anfang mußte ich einen kleinen Schock verdauen. Bei km5 bzw. dann logischerweise 26 war die erste Verpflegungsstation. Und da wurde mir zugerufen das der Führende 1,5min Vorsprung hatte. War ich langsamer geworden? Nein!

Dann mußte Stefan schneller geworden sein oder zumindest einen kurzen Zwischensprint eingelegt haben?! Trotzdem verfiel ich irgendwie nicht in Panik, sondern hielt meinen Schnitt und vertraute einfach auf meine Ausdauer. Als ich nach dem Waldstück auf dem ersten Teil wieder auf die  Straße kam, konnte ich den Führenden zwar die auch noch nicht sehen, aber wie gesagt noch nicht….

Ab Km 28/29 konnte ich Stefan dann aber wieder sehen und merkte daß ich vor allen an Anstiegen immer ein Stück von seinem Vorsprung abbauen konnte. Das motivierte mich noch mehr und ich versuchte das Tempo hoch zu halten. Stück für Stück kam ich näher und als sich Stefan bei km 33 umdrehte um zu schauen, ob ihm jemand folgte, war das mein Signal mein Tempo nochmal ein wenig zu erhöhen. Und relativ schnell konnte ich den Abstand so verkürzen, daß ich nun überlegte was das Beste ist: zu Ihm aufschließen und dann direkt hinter ihm bleiben oder gleich vorbeigehen?

Für mich stand dann schnell fest, daß ich mein Tempo einfach beibehalte und meinen Lauf machte. Sollte er mir dennoch folgen können, hätte ich immer noch die Möglichkeit für die letzten 6km  eine Taktik zu überlegen. Aber das brauchte ich glücklicherweise nicht. Ich konnte mich gleich nachdem ich Stefan überholt hatte etwas absetzen und „hörte“ ihn auch nicht mehr ….also alles gut.

Auf den letzten Kilometern versuchte ich das Tempo hoch zu halten und nicht langsamer zu werden. Das bei Km39 sich auf einmal der Muskel im rechten hinteren Oberschenkel meldete und einen leichten Krampf ankündigte, gefiel mir dann gar nicht. Also nahm ich nur etwas Geschwindigkeit raus und dachte positiv und schon ging es wieder. Und auf dem kurzen Stück von vielleicht 300-500m wo ich etwas Probleme bekam, lief Stefan auch nicht wieder auf, also worüber Gedanken machen. Als ich dann die Strassenunterführung in Thurmannsbang erreichte, von da sind es noch ca, 1,5km, und ich immer noch Erster war, wußte ich das es reichen würde. Die letzten Meter durch den Ort genoß ich einfach nur, und nahm dann die letzte kurze+knackige Steigung kurz vorm Ziel, im Sprint.

Wenn man das bei der zu diesem Zeitpunkt schon sehr müden Muskulatur überhaupt sagen kann.

Überglücklich und jubeln überquerte ich dann nach, für mich unglaublichen, 2:48:15h die Ziellinie. und konnte es echt nicht so richtig glauben. Das ich gewonnen hatte zwar schon, aber mit dieser Zeit hatte ich ja vor dem Lauf und den widrigen Umständen unter der Woche überhaupt nicht gerechnet ….einfach unglaublich!

Selbst jetzt noch tue ich mich schwer damit, obwohl es ja schwarz und weiß auf der Urkunde steht. So eine Leistung hätte und habe ich nicht für möglich gehalten. Und auch wenn meine Renntaktik absolut aufgegangen ist, bin ich erstaunt so eine super Zeit gelaufen zu sein.

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Ohne die Tipps von Ludwig Schürger und die vielen Helfer an der Strecke wäre dies bestimmt auch nicht zustande gekommen. DANKE an Euch Alle!

 

 

2.04. Lahntallauf in Marburg  – 50km DUV-Cup

Bei optimalen Wetterverhältnissen startete ich beim 50km Lauf in Marburg. Die Strecke war ein Rundkurs a 10km mit in ein paar Steigungen und daher in meinen Augen schon nicht mehr als flach einzustufen.

Für mich persönlich sollte dieser Lauf als erste Standortbestimmung im Hinblick auf die DM 100km in Husum am 10.Mai dienen. Ich wollte zwar am Ende in das Ergebnis, egal ob gut oder schlecht, nicht soviel hinein interpretieren. Aber man macht sich ja dann doch so seine Gedanken. Mit dem SV Schwindegg waren wir mit 3 Läufern vertreten, Dirk mußte leider unter der Woche noch absagen Also eigentlich keine guten Voraussetzungen für Günther, Theo und mich in der Mannschaftswertung um den Sieg mitzulaufen.

Aber vorrangig wollte ja jeder seinen Lauf machen und so gut wie möglich anzuschneiden.

Beim Start war der Himmel blau und der wehte sehr schwach. Die Temperaturen bewegten sich um die 10°Grad. Leider sollte es dabei nicht bleiben. Denn bis zum Mittag hin zogen Wolken auf und auch der Wind frischte auf. Gerade auf dem ersten Streckenabschnitt fand ich persönlich dann sehr windig und dadurch schwierig zu laufen. Relativ früh, so ab km 10/15 lief ich auch größtenteils allein, sieht man natürlich von den anderen Läufern auf den anderen Strecken und Überrundete ab.

Aufgrund einer relativ anstrengenden Arbeitswoche und ganz leichtem Schnupfen ging ich mit gemischten Gefühlen an den Start. Trotzdem war mein Minimalziel dabei eine Zeit unter 3:30 bis hin, bei optimalen Rennverlauf/bedingungen, zu einer 3:25 und wenn wirklich alles optimal verlaufen würde, sogar drunter. Auf den KmSchnitt gesehen, bedeutete dies, daß ich 4:12mi.n pro Kilometer unterwegs sein müßte. Schon die erste Runde aber brachte mir eine ziemliche Ernüchterung. Ich konnte zwar den geplante Schnitt laufen, aber leider führten 3 Toilettenpausen dazu, daß die Rundenzeit natürlich ganz und gar nicht meinen Vorstellungen entsprach.

Vielleicht hatte ich vor dem Start doch zuviel getrunken fragte ich mich nun?

Naja jammern half jetzt eh nix, also konzentriert bleiben und nicht verrückt machen lassen. Waren ja schließlich noch volle 4 Runden oder 40km zu absolvieren.

Gut war, daß ich nicht wußte auf welchem Platz ich ungefähr lag. Denn dadurch daß neben den 50km, auch die Marathonstrecke, ein30km sowie der HM angeboten wurden, war es unmöglich zu erkennen wer auf welcher Strecke unterwegs war. Aber wie gesagt, daß fand ich eigentlich ganz gut, denn so lief ich nicht Gefahr möglicherweise ein etwas zu hohes Tempo anzuschlagen nur um an jemanden dranzubleiben. Allerdings hörte ich auf der Gegenseite von Start und Ziel immer, daß der Drittplatzierte gerade durch sei. Da ich dann noch so ca. 600-800m bis zum Durchlauf hatte, wußte ich daß ich, wenn ich unter die ersten Drei kommen wollte, irgendwann noch eine Schippe drauf legen mußte.

Auf meiner dritten Runde, bei km 27/28 ungefähr überholte ich dann schon Theo, der mir hinterher sagte, daß dies ihn sogar motiviert hatte. Warum? Weil er dadurch wußte, daß ich sehr gut drauf war und in der Mannschaftswertung vielleicht doch etwas ging. Günther überholte ich erst in meiner letzten Runde, woraufhin er mir für die letzten Kilometer alles Gute wünschte. Ich persönlich hatte mir vorgenommen, auf der dritten Runde das Tempo etwas zu erhöhen und dann die letzte Runde nochmal alles zu geben. Und dies unabhängig von irgendeiner Platzierung.

Nachdem ich Ende der dritten Runde den bis dahin 3ten überholt hatte und mich auch sukzessive von ihm absetzen konnte, war die Frage berechtigt: was tun?

Wie gesagt forcierte ich in der 4.Runde erst einmal das Tempo in der leisen Hoffnung den zweitplatzierten zumindest bei freier Sicht auf freien Gelände zu sehen. Mittlerweile waren ja auch schon einige LäuferInnen im Ziel, so das es auf der Strecke nicht mehr so „voll“ war.

Und tatsächlich erkannte ich einen Läufer bei dem ein Radler dabei war. War ich eventuell sogar schon Zweiter und da ganz vorne das war der Führende? Das konnte ich eigentlich nicht glauben, aber zumindest motivierte es mich nochmal. Hinterher stellte sich heraus, daß es Probleme bei der Erkennung des Erst –bzw. Zweitplatzierten gegeben hatte, und man vom Organisationsteam dann Beiden einen (Führungs)Radler zur Seite stellte, was normalerweise ja nicht so ist.

Und da der Abstand gefühlsmäßig bis Anfang der letzten Runde bei km40m auch nicht größer wurde, eher etwas kleiner, wollte ich nochmal angreifen.

Ich fühlte mich auch noch richtig gut, obwohl der teils böige Wind, gerade auf dem ersten Teilstück der Runde, schon nervte und auch mehr Kraft verbrauchte, als wenn ich mit jemanden zusammen oder gar in einer Gruppe laufen würde. Aber Ultraläufer laufen ja meistens allein…

Nach den ersten beiden Kilometern der Schlußrunde hatte ich auch wieder meinen Kontrahenten um Platz 2 in Sicht. Also nochmal versuchen das Tempo zu erhöhen und etwas näher ran zukommen. Aber immer wenn ich das Gefühl hatte, jetzt komm ich Stück für Stück näher und hol ihn mir kurz vorm Ziel, sagte mir der Abstand das dies doch nicht der Fall war. Trotzdem gab ich einfach nicht auf und hielt das Tempo hoch. Selbst als es auf die letzen 2km ging, wollte ich nicht so richtig aufgeben und versuchte nochmal alles aus dem müden Körper rauszuholen. Das es nicht mehr reichen würde für Platz 2 war mir bestimmt irgendwann bewußt, aber ich wollte jetzt einfach alles geben, um soweit wie möglich unter 3:30h zu bleiben.

Geschafft, aber glücklich kam ich dann nach 3:27:..h als Dritter ins Ziel.

Das ich den Zweiten einfach nicht erreichen konnte, lag ja bestimmt auch an seiner Stärke. Deshalb war ich absolut zufrieden mit meiner Leistung und kein bißchen enttäuscht.

Und in der Mannschaftswertung konnten wir dann sogar noch den 1.Platz belegen, was keiner von uns Dreien geglaubt hätte. Ein tolles Gesamtergebnis also.