2013

 

Deutsche Meisterschaften der DUV über 50km beim Bottrop Herbstwaldlauf -10.11.2013

Am 10. November stand für mich der wirklich allerletzte Wettkampf in diesem überaus erfolgreichen Jahr an. Und es mußte natürlich nochmal ein Ultra sein…….was hatte ich mir nur dabei gedacht.

Eigentlich war geplant nach dem Teufelsberglauf, einem Crosslauf über 10km, eine Woche zuvor wie immer die Saison zu beenden und dem Körper die wohlverdiente Pause zu gönnen. Doch einige Bekannte und Freunde aus der Ultralaufszene schafften es irgendwie, daß ich mich doch noch zu diesem Lauf anmeldete. Sie haben mich zwar nicht bedrängt oder so, aber der Ehrgeiz sich nochmal mit Ihnen zu messen, war für mich einfach zu verlockend.

Tja, hätte ich mal lieber auf meinen Körper und mich selbst gehört!

Denn unbedingt laufen wollte ich nach dem Crosslauf eigentlich nicht mehr. Aber wie das halt so ist mit einem ausgeprägten Ego und dem Wissen das Konkurrenten da auch mitlaufen. Aber einmal den sehr weiten Weg nach Bottrop angetreten, gab es auch keine zurück mehr. Und spätestens mir dem abgeben der Nachmeldung war klar, ich würde mir am nächsten Morgen die 50km tatsächlich antun.

Also nochmal ordentlich Kohlenhydrate bunkern und zeitig ins Bett.

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Am nächsten Morgen stand ich dann also am Start auf dem Gelände der Zeche……Trotz aller vorhergegangen Bedenken wollte ich einfach mein Bestes geben und zumindest Vinodkumar und Florian hinter mir lassen.Dies hatte ich ja schließlich in Kienbaum bzw. am Auensee ( beides 100km) ja auch geschafft. Doch leider sollte sich am Ende herausstellen, daß meine Zuversicht stärker war als die noch vorhandene Kraft in meinem Körper. Aber von vorn…

Meine Taktik bestand darin, die erste von den 2 Runden etwas ruhiger angehen zu lassen und nicht auf andere zu schauen. Denn zu dem sehr welligem Profil kam auch noch durch Regen aufgeweichter Boden dazu. Und da die Strecke größtenteils auf Waldboden gelaufen wurde, konnte man da schon wenn man nicht aufpasste viel Kraft auf der ersten Runde lassen. Für mich bedeutete dies, daß ich einen Schnitt von ca. 4:10 laufen wollte. Nun ja soviel zu diesem Wunsch. Beim Durchgang 25km zeigte die Uhr 1:40:27, was bedeutete daß ich natürlich zu schnell war ( Durchschnitt 4:01). Trotzdem hatte ich eigentlich immer Gefühl, daß dieses Tempo gut war und keinesfalls zu schnell. Doch so war es….zumindest muß dies mit ein Hauptgrund für meinen Einbruch sein, den ich auf der zweiten Runde erlebte.

Versuchte ich auf den ersten Kilometer der zweiten Runde nochmal das Tempo ein klein wenig zu erhöhen, mußte ich spätestens bei den Kilometern 31/33 erkennen, daß heut nix mehr ging. Meine Beine wurden zunehmend schwerer und auch mein Wille war, nun sagen wir mal, nicht mehr optimal eingestellt. Nachdem ich erkannt hatte, daß ich absolut keine Chance mehr hatte auf Florian oder Vinod aufzulaufen, gab ich mich wohl mehr oder minder auf. Das ich dies überhaupt mal denken bzw. sagen würde konnte ich nicht glauben. Aber ich fühlte mich am Ende dieser langen Saison einfach nur noch platt, müde und ausgelaugt.

Ich verabschiedete mich von allen persönlichen Zeit und Platzierungsvorgaben und lief im Wohlfühltempo dem Ziel entgegen. Das ich dennoch im Durchschnitt eine 4:40 pro Kilometer gelaufen sein muß, hat ich selbst erstaunt. Kam mir mein Laufen doch eher wie ein 5:00er Schnitt und langsamer vor.

Am Ende kam ich voller Staunen in 3:34:43 ins Ziel. Hatte ich doch überhaupt nicht mehr auf die Uhr geschaut und mit einer Zeit um die 3:45h gerechnet. Das ich damit sogar noch unter die Top20 in der Gesamtwertung kam, konnte ich ebenso wenig glauben. Das ich mit (m)einer für mich schlechten Leistung auch noch den 2. Platz in der AK35 bei den Deutschen Meisterschaften der DUV über 50km belegen durfte, war aber für mich das Unglaublichste an der ganzem Lauf.

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Schlußendlich steht die Tatsache, daß ich hätte nicht starten sollen und lieber die Regenerationsphase hätte einleiten sollen. Denn danach war ich ziemlich lange kaputt und müde und stieg für meine Verhältnisse auch sehr spät in die neue Saison ein.

 

Fazit: Höre auf dein Körper und dein Gefühl und lass Dich nicht von falschen Ehrgeiz leiten.

 

 

Bayrische Meisterschaften im 100km Lauf – Titel erfolgreich zum 3mal verteidigt – 17.08.2013

Beim 100km Lauf von Leipzig am 17.August stand auch ich wieder mit  am Start. Zum einen wollte ich unbedingt meinen bayrischen Landesmeistertitel zu 3mal erfolgreich verteidigen. Zum anderen galt es aber auch einen möglichen Gesamtsieg nicht zu vernachlässigen.

So ging ich also am Samstag morgen um 6.00Uhr zusammen mit 175 weiteren Teilnehmern auf die Strecke. Davon liefen 75 TeilnehmerInnen allerdings nur die 50km.

Am Anfang herrschten mit 16°Grad noch für Alle optimale Laufbedingungen, was sich aber im Tagesverlauf mit steigenden Temperaturen auf 30°Grad ändern sollte. Für die Läufer natürlich eine zusätzliche Belastung.

Die Strecke durch den nördlichen Auenwald und um den Auensee mußte auf einer 10km Runde zehnmal umrundet werden. Durch einen Hochwasserschaden mußte ein kleiner Teil der Strecke zwar verändert werden. Der neu zu belaufene Abschnitt wurde aber von allen Läufern als genauso optimal und bestens präpariert vorgefunden wie die Originalstrecke. Das super eingespielte Ausrichter-Team vom LC Auensee und seinem Verantwortlichen Andre Dreilich sorgte wieder für eine gelungene, familiäre und bestens organisierte Veranstaltung für die Landesmeisterschaften der Bayern und Sachsen.

Von Anfang versuchte ich meine Runden konstant und gleichmäßig zu absolvieren, was mir auch bestens gelang. Mit Rundenzeiten um die 45min blieb ich immer im vordersten Feld dabei und sah auch nach der Hälfte des Rennens noch relativ frisch aus. Der Führende und dann auch spätere Gesamtsieger Marco Bonfiglo aus Italien hingegen legte ein wahnsinnig schnelles Tempo vor und hatte zur 50km Marke schon einen ordentlichen Vorsprung rausgelaufen. Um es vorweg zu nehmen: Sein Sieg war niemals gefährdet, aber auch er mußte in den letzten Runden den äußeren Bedingungen Tribut zollen. Trotzdem Glückwunsch und Respekt zu seiner Leistung! An diesem Tag war er einfach besser als ich.

Meine ersten 20-40km lief ich wie gesagt sehr gleichmäßig und auch wenn ich „nur“ Fünfter war, kam keine Unruhe oder so auf. Denn erstens kamen da ja nochmal 50km und die immer heißenden Temperaturen verlangten ja geradezu noch einer guten Renneinteilung. Wie jedes Mal gab es auch dieses Mal LäuferInnen die zu schnell angegangen sind oder den Faktor steigender Temperatur unterschätzt hatten.

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Ich versuchte weiterhin mein Tempo zu halten und machte ein sehr gleichmäßiges Rennen. Zur Hälfte lag ich noch auf Platz 4, was für mich aber nicht weiter entscheidend war. Schließlich wird ein Rennen immer auf der zweiten Hälfte entschieden und die zweiten 50km können da schon mal sehr lang werden. Nach und nach arbeitete ich mich vor und lief dann ungefähr bei km 70 auf den bis dahin zweitplatzierten Jörg Hooß auf. Zusammen liefen wir eine Weile, aber ich merkte schnell daß mir das Tempo dann doch einen Tick zu langsam erschien. Um also nicht aus meinen Rhythmus zu kommen, mußte ich einfach mein eigenes Tempo weiterlaufen und Jörg hinter mir lassen. Dies bedeutete zwar wieder das ich alleine laufen mußte, aber mein Gefühl sagte mir das es besser war.

Und während der Mann aus Italien und die meistens anderen immer langsamer wurden, schaffte ich es weiterhin meine Zeiten sehr konstant zu halten. Das auch ich rund 2-3min pro Runde langsamer wurde, lag aber vermutlich einzig und allein den hohen Temperaturen. Ich versuchte mir immer wieder zu sagen, daß jetzt nur noch die Absicherung des 2.Platzes und meine erneute Titelverteidigung wichtig waren. Das ich die letzten beiden Runden sogar schneller als der Gesamtsieger aus Italien war, zeigt daß es gerade bei so einer langen Distanz und den schwierigen äußeren Bedingungen wichtig ist ruhig zu bleiben und immer noch Kräfte für den Schluß zu sparen. Als ich dann zum vorletzten Mal ins Stadion einlief, um auf meine allerletzte Runde zu gehen, wußte ich schon daß ich mein 2.Platz und meine Titelverteidigung sicher waren. Dennoch wollte ich eigentlich unbedingt nochmal eine 45er Zeit laufen, was mir dann aber leider nicht ganz gelang. Es wurde leider „nur“ eine 47er Rundenzeit.

Mit Freude und Erleichterung nahm ich dann die letzten Meter Richtung Ziel und überquerte nach exakt 7:43h glücklich und zufrieden die Ziellinie. Danke an dieser Stelle für die tolle Unterstützung seitens der vielen ehrenamtlichen Helfer des LC Auensee, die mich als gebürtigen Leipziger, immer noch anfeuern und unterstützen, trotz das ich den Weg in die Heimat nur 2.3mal pro Jahr schaffe. Danke Euch dafür!

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Und natürlich auch ein großes Dankeschön an Michi und meinen Vater, die meine Verpflegungsstation und mich so gut betreut haben. Mich immer angefeuert und moralisch unterstützt haben. Danke Euch Beiden!

Nicht zu vergessen Dietmar Knies, selbst einer der besten 100km Läufer seiner Zeit, und mein Mentor. Er mahnte mich zur Ruhe wenn es sein mußte und gab mir Auftrieb wenn es nicht so gut lief. Danke Dietmar!

 

Supermarathon beim Rennsteiglauf – 25.Mai 2013

Ein Jahr nach dem großen Jubiläum fand am 25.Mai der 41. GutsMuts Rennsteiglauf statt. Von der 10km Wanderung, verschiedenen Nordic Walking Strecken über den Halbmarathon bis hin zur Königsdisziplin dem SuperMarathon konnte man seine Lieblingsstrecke wählen und finden.

Auf dem langen Kanten, dem SuperMarathon mit 72,7 km starteten Danny Thewes und ich wieder gemeinsam mit anderen „Verrückten“. Denn im Gegensatz zu einem normalen Marathon ist der Rennsteig- lauf schon was Besonderes. Und jeder der Teilnehmer gehört irgendwie zur Familie, egal ob es seine erste oder schon die 30te Teilnahme ist. Die Herzlichkeit und das perfekt eingespielte Orga-Team macht diese Veranstaltung so wahnsinnig populär und attraktiv. Und am Ende treffen sich Alle wieder: „Im schönsten Ziel der Welt in Schmiedefeld“

Der SuperMarathon startete vom Marktplatz in Eisenach und führte nach einen Kilometer direkt auf den Rennsteig. Das Wetter meinte es gut mit den Läufern. Denn entgegen dem angesagtem Regen und Temperaturen um die 5°/6° Grad blieb es den ganzen Lauf über trocken und die Temperaturen waren mit 9°/10° Grad auch nicht so kalt wie befürchtet. Das die Wege teils noch sehr schlammig durch die Regenfälle der vergangenen Tage waren, machte das Laufen trotzdem manchmal etwas schwierig. Aber das muß man einfach so hinnehmen, denn schließlich ist der Rennsteiglauf ein Landschaftslauf mit Crossbedingungen und kein asphaltierter Strassenlauf. Für mich persönlich und auch viele Andere macht aber gerade das auch den Reiz aus.

Nachdem ich die letzten beiden Jahre immer hinter Danny ins Ziel gekommen war, hatte ich mir dieses Jahr natürlich nur das Eine Ziel gesetzt: Vor ihm in Schmiedefeld ankommen!

Die Zeit war mir deshalb zwar nicht egal (wollt schon gern Bestzeit laufen) aber aufgrund der letzten beiden Jahre hatte ich diesem Mal andere Prioritäten. Zumindest vor der Anreise und dem Lauf. Denn am Freitag als ich nach Eisenach anreiste ging es mir gar nicht gut. Ich hatte mit Kopfschmerzen und Übelkeit zu kämpfen und konnte eigentlich nichts mehr richtiges essen. Dies ist natürlich nicht so gut, brauch der Körper doch bei so einer Distanz viel Energie in seinen körpereigenem Energie-Speicher.

Für mich bestand der Freitag dann darin, die Startunterlagen zu holen und dann nur noch auszuruhen und zu schlafen, um vielleicht doch noch fit zu werden für den Lauf. Denn sollte es mir am Samstag früh immer noch so schlecht gehen, hätte es absolut keinen Sinn gemacht zu starten. Glücklicherweise hatte sich am Morgen alles wieder beruhigt, so daß ich mich entschloss zu starten. Etwas mulmig war mir zwar noch, aber nachdem ich noch ganz leicht gefrühstückt hatte und auf dem Weg zum Marktplatz war, wich dies alles der Vorfreude auf den Lauf. Im Starterfeld stellt ich mich dieses mal auch ganz vorne mit auf, auch um so wenig Zeit wie möglich zu verlieren. Da sah ich dann auch Danny stehen, wir begrüßten uns und fragten uns gegenseitig nach dem Befinden. Und natürlich wünschten wir uns gegenseitig Glück.

Meine Taktik war von Anfang an Danny nicht mehr als 100m weiter wegziehen zu lassen bzw. so nah wie möglich an ihm dranzubleiben ohne meine persönlichen Zeitvorgaben zu ignorieren. Erstaunlicherweise gelang dies sehr gut und wir fanden uns in einer kleineren Gruppe zusammen. Zwei leuchtende Posttrikots in vorderen Feld…..mehr Werbung ging nicht. Von den Platzierungen her pendelten wir immer zwischen Platz 15 und 20. Bei am Ende 2157 gefinishten Teilnehmer auf dem langen Kanten würde ich sagen wir von Anfang an immer in vorderster Front.

Bei mir lief es auch weiterhin sehr gut, was mich selbst erstaunte bedenkt man den Vortag. Ich versuchte konstant meine Zeiten zu laufen, was bei profiliertem Gelände natürlich nicht immer so einfach ist. Besonders bei den Anstiegen merkte ich aber doch das ich nicht zu 100% fit war. Trotzdem versuchte ich meinen Rhythmus beizubehalten unter der Prämisse noch ein paar Körner für den Schluß aufzuheben. Dies gelang mir auch ganz gut und obwohl ich spätestens nach der Hälfte ziemlich alleine laufen mußte. Aber das war ich ja schon von den letzten Rennsteiglaufteilnahmen gewohnt. Denn durch die lange Strecke und das, im Gegensatz zu anderen Läufen, unter der ersten 40-50 Läufern größer entzerrte Feld war das kein Problem. Weiterhin blieb ich in meinen Tempo, auch als ich die etwas schwindenden Kräfte bemerkte. Mit Salz, viel trinken und Gels wollte ich dem entgegensteuern so gut es eben ging. Nachdem ich auch die Ausstiegmöglichkeit „Grenzadler“ passiert hatte, wusste ich daß ich auf jeden Fall durchkommen würde. Bis zur „Schmücke“ wollte ich trotzdem noch mit den verbliebenen Kräften aushalten. Von da (km 64) geht es dann größtenteils nur noch abwärts und außerdem sind es dann nur noch 8km. Oben am letzten Verpflegungspunkt Schmücke angekommen, stärkte ich mich noch einmal und lief dann zügig dem Ziel entgegen. Nicht mit den allerletzten Kräften, aber doch mehr geschafft als sonst kam ich dann nach 5:53:21h auf Gesamtplatz 13 und Platz 5 in der AK35 ins Ziel ein. Mich persönlich überraschte diese Zeit, denn aufgrund des Unwohlseins am Freitag, hatte ich unterwegs kaum auf die Uhr geschaut und hoffte wenigstens unter 6h ins Ziel einzulaufen. So war ich mehr als zufrieden + stolz.

Im Zielbereich wartete ich dann noch auf Danny und zusammen genossen wir dann noch die tolle Atmospähre auf dem Gelände in Schmiedefeld

 

B2Run Serie mit dem FC Deutsche Post  -Juni/ Juli 2013

Ach in diesem Sommer standen wieder die deutschen Firmenlaufmeisterschaft, kurz B2Run, an. Dieses Jahr nahm aber nicht nur an den „nahegelegenen“ Städten wie München und Nürnberg teil, sondern furh für das Team auch noch Karlsruhe, Stuttgart, Hamburg und Dortmund. In Dortmund startete die Serie. Leider waren da vom Nationalteam nur Thorsten Schäfer, ich und unser TeamCoach Frank Clever. Dort gewannen wir völlig unerwartet in der Mixed-Wertung den 2.Platz. Der Auftakt zu einer unglaublich erfolgreichen B2Run Serie….

 

Deutsche Meisterschaften 100km in Kienbaum/Grünheide …. gelungene Wiedergutmachung  – 13.April 2013

Am 13.April fanden sich bei kühlen Temperaturen um die 6°-10°Grad im brandenburgischen Landesleistungszentrum Kienbaum die Ultras der Laufszene ein, um einen neuen Deutschen Meister zu suchen.

Angemeldet hatten sich alle Favoriten, darunter der Altmeister Michael Sommer und Andre Collet, der die 100km schon mal unter 7h gelaufen war. Die äußeren Bedingungen waren ideal, zumindest am Anfang. In Tagesverlauf sollte ein frischer, teils böiger Wind aufkommen, der den Läufern gerade auf den letzen 1,5km einer jeden Runde zu schaffen machte. In Kienbaum waren 20 Runden a 5km zu laufen, was natürlich nicht Jedermanns Sache ist.

Ich persönlich kam damit sehr gut zu Recht, da ich erstens so alle 5km an meiner Eigenverpflegung vorbeikam. Und zweitens hatte ich bereits im Vorfeld schon des öfteren meine langen Läufe auf einer 5km Runde absolviert, was psychologisch natürlich von großen Vorteil war. Mein Training auf die Meisterschaften hatte ich dieses mal noch intensiviert und kam im Schnitt auf Wochenumfänge von 140-150km. Dazu einen Wettkampf-Marathon im geplanten Wettkampftempo und mehrere 40-45km Läufe. Auch zwei 55 bzw. 60km Trainingläufe absolvierte ich, in denen ich auch die Aufnahme der Ernährung und des Trinkens austestete. Sehr gut vorbereitet reiste ich einen Tag vorher an.

Das vorhergesagte Wetter sprach von Temperaturen zwischen 12-15°Grad und vereinzelten Regenschauern. Naja die Temperaturen sollten dann nicht eingehalten werden, genauso wenig wie der nicht vorhergesagte böige Wind, aber zumindest die kurzen Regenschauer stimmten.

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Als dann um 6.30 der Startschuss fiel, ging ich also bestens vorbereitet ins Rennen.

Ich versuchte mir das Rennen gut einzuteilen und meine vorher festgelegten Rundenzeiten zu laufen. Bis auf ein, zwei Runden am Anfang, die aber nur mit 10-15sec zu schnell waren, lief ich sehr konstante Rundenzeiten. Die Strecke selbst war in meinen Augen zwar nicht flach, so wie es in der Ausschreibung stand, aber dennoch eine schnelle Strecke.

Bis km30 lief eigentlich alles normal und voll im Plan. Dann bekam ich allerdings leichte Magenprobleme, die mich dann kurz vor der 40Kilometermarke auch prompt zu einem Toilettenstop zwangen. Dies blieb glücklicherweise aber der Einzige ungeplante Halt, und bei km 45 hatte sich auch mein Magen wieder beruhigt. Liefen wir am Anfang noch in einer größeren Gruppe wurde es mit den steigenden Runden – zahlen und Kilometern immer einsamer. Dies lag auch daran, daß mit dem 100er auch ein 50km Lauf stattfand, und diese sich dann einer nach dem Anderen ins Ziel verabschiedete. Bis km 75/80 lag voll im Zeitplan meiner geplanten Zielzeit von 7:30. Dann war ich froh, daß der spätere 5.Platzierte auf mich auflief und wir zusammen die nächsten beiden Runden laufen konnten und ich mich von ihm etwas mitziehen lassen konnte. Denn ich merkte wie ich mir die Kräfte zu schwinden schienen und ich in eine mentales Loch zu fallen drohte. Dies mag vielleicht nicht dramatisch klingen. Die Gefahr ist aber dadurch die Konzentration nachläßt, was zu einem schlechterem Laufstil führen kann und auch das Tempo dann nicht mehr so ist wie es sein sollte. Deshalb war ich sehr dankbar mit Jürgen Kiebler mit laufen zu können und mich physisch und mental wieder etwas zu erholen. Nachdem ich ihm dann nicht mehr folgen konnte (oder wollte?) legte ich prompt in der drittletzten Runde meine schlechteste Runde hin. Irgendwie hatte ich aber trotzdem das Gefühl, daß ich noch genügend Kraft hatte um die letzten 10km nochmal etwas schneller zu werden. Schlußendlich wußte ich auch das ich auf jeden Fall mit einer neuen Bestzeit finishen würde was in mir natürlich nochmal zusätzliche Motivation freisetze auch die letzten Kilometer durchzustehen. Auf dieser vorletzten Runde sagte ich mir dann immer wieder ruhig zu bleiben und nicht jetzt schon alles zu geben, um auf der letzten Runde dann nicht einzubrechen. Aber je mehr ich in mich und meinen Körper reinhörte wuchs auch die Gewissheit das ich bisher alles richtig gemacht hatte und die restlichen Kilometer locker schaffen würde. Im Nachhinein komme ich selbst zu dem Schluß, daß ich vielleicht sogar schon die 19.Runde hätte schneller laufen könne, statt mit angezogener Handbremse. Denn auf der letzten Runde flog ich förmlich dem Ziel entgegen, so voller Adrenalin war ich (noch). Auf der Schlußrunde konnte ich sogar nochmal meinen geplanten Schnitt von 4:30 laufen, so daß ich nach 7:37:20 glücklich und als Gesamtsechster ins Ziel einlief. Das ich damit in der Altersklasse M35 den ersten Platz belegte rundete den fast (bis auf den Wind) Wettkampf natürlich noch ab.

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Sieger dieses wirklich schnellen Laufes wurde Andrè Collet, der mit 6:56:22, genau wie der zweitplatzierte Hans-Jörg Heiner (6:59:42) unter der magischen 7h Stunde Grenze blieb. Dritter wurde der Altmeister Michael Sommer mit immer noch fantastischen 7:08:17. Eine Zeit die in den letzten Jahren stets für den Sieg gereicht hätten.

Bei den Frauen siegte in 8:10:53 Pamela Veith ungefährdet vor Branka Hajek ( 8:25:41 ). Auf den 3.Platz kam Barbara Mallmann in einer Zeit von 8:36:10 ins Ziel.

Zum Schluß möchte ich einen großen Dank an Achim Zimmermann vom Nationalteam Laufen des FC Deutsche Post sagen, der mir viele nützliche und wichtige Tipp‘s für meine Vorbereitung und den Lauf selber gab. Danke Dir Achim! Ich hoffe ich kann mich irgendwann mal revanchieren.